Handel: Die große Konzentration

Thalia-Land Nordrhein-Westfalen: Seit dem Zusammenschluss von Thalia (hellblau) und Mayersche (dunkelblau) ist die Buchfiliallandschaft im Ballungsraum Rhein-Ruhr aber auch in den ländlicheren NRW-Regionen, flurbereinigt und von einem Buchhandelsunternehmen dominiert. Die Grafik zeigt einen Ausriss aus dem buchreport-Filialatlas 2020.

Die Konzentration im Buchhandel hat 2019 eine neue Qualität erreicht: In Nordrhein-Westfalen hat der Zusammenschluss von Thalia und Mayersche zu einer Marktdominanz geführt. Solange es Paketboten gibt, gilt das als aber als unkritisch.

Dank Amazon kann Thalia 2019 sein Filialnetz massiv mit Übernahmen erweitern. Denn die intensive Marktdurchdringung der Amazon-Vertriebsmaschine mit geschätzt 1,3 Mrd Euro Buch- und Medienumsatz öffnet zugleich dem stationären Marktführer Thalia bei seiner eigenen Expansion die Türen: Die Zeiten, dass das Bundeskartellamt bei Handelsfusionen die Markt- und Machtkonzentration in lokalen oder regionalen Märkten bedenklich findet, sind jedenfalls vorbei. Das Argument: Schließlich habe der Kunde die Pakete des E-Commerce als Alternative.

Kaum haben also im Herbst 2018 die Kartellwächter die Warenhaus-Fusion von Karstadt und Kaufhof mit eben jenem Hinweis auf den Online-Handel abgesegnet, schmieden Thalia und die Mayersche ihren „Konzentrationshammer“. Buchhändlerisch beherrschen sie damit seit dem Frühjahr das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen, auch wenn sich aus Kundensicht mit den beiden weitergeführten Marken optisch nichts ändert.

Alles zur Thalia-Mayersche-Fusion im buchreport-Dossier.

Größte Buchhändler Europas: Mayersche-Chef Hartmut Falter (l.) und Thalia-CEO Michael Busch feiern die Verbrüderung ihrer Unternehmen. Beide agieren jetzt als geschäftsführende Gesellschafter (Foto: John M. John/ www.johnmjohn.de)

Thalias Wachstumsdrang bedient zugleich ungelöste Nachfolgefragen:

Die zukunftssichere Übergabe der Buchhandlung gilt in der Regel auch als Argument für die übernommenen Standorthändler. Alles in allem wächst Thalia 2019 so um mehr als 80 Filialstandorte (+35%) und wird absehbar im gesamten deutschsprachigen Raum an 400 Orten präsent sein.

Die andere nationale Kette Hugendubel verfolgt dagegen keine explizite Strategie als „Nachfolgelöser“, sondern ist über Kleinformate im Nebenmarkt flächendeckend expansiv: Nach Karstadt werden ab 2020 auch die Kaufhof-Filialen mit Hugendubel-Flächen versehen. Zudem werden bei Textilfilialisten und Nonfood-Discountern Shop-in-Shops ab 10 qm eingerichtet.

Analyse: Nachfolgelöser Thalia – Blick auf die deutsche Filiallandschaft

Hier geht zur Übersicht Themen 2019

 

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