Springer Nature: Der »Deal« startet im Januar

Ja, der „Deal” werde wie geplant zum 1. Januar starten, bestätigt Springer Nature auf buchreport-Nachfrage. Im Sommer hatten der Wissenschaftsverlag und eine Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen die Rahmenbedingungen für den nach eigener Aussage „weltgrößten Open-Access-Deal“ abgesteckt. Der offizielle Vertragsschluss ließ seitdem allerdings auf sich warten. 

„Die letzten Wochen und Monate haben wir für sehr intensive Gespräche und Verhandlungen genutzt, so dass jetzt nur noch letzte Punkte offen sind, die wir bis zum Jahresende klären werden”, heißt es dazu von Springer Nature. Unterzeichnet werden soll der Vertrag bis zum 8. Januar 2020 und dann rückwirkend in Kraft treten, um den geplanten Starttermin zum 1. Januar einhalten zu können.

„Projekt Deal“ soll den Weg zu Open Access ebnen

Die deutschen Wissenschaftsorganisationen verhandeln seit 2016 unter der Federführung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) über bundesweite Lizenzverträge für das gesamte elektronische Zeitschriften-Portfolio der großen Wissenschaftsverlage Elsevier, Springer Nature und Wiley. Durch eine eingebaute Open-Access-Komponente sollen Forschende zudem die Option bekommen, Artikel bei den Verlagen im Open Access zu veröffentlichen („Publish and Read“-Modell). Die langwierigen und komplexen Verhandlungen laufen unter dem Schlagwort „Projekt Deal“.

Der erste „Deal” war Anfang 2019 mit Wiley geschlossen worden. Die Verhandlungen mit Elsevier dauern an.

Der Vertrag mit Springer Nature soll von 2020 bis 2022 laufen, mit Option auf Verlängerung bis 2023. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf mehr als 100 Mio Euro. Details:

  • Die teilnehmenden Institutionen haben dauerhaften Zugriff auf 1900 wissenschaftliche Zeitschriften aus dem Angebot von Springer, Palgrave, Adis und Macmillan zurück bis ins Jahr 1997.
  • Ihre Forschenden haben die Option, Artikel im Open Access zu veröffentlichen.
  • Für diese Kombination aus Lesezugriff und Publikation wird eine „Publish and Read“-Gebühr von 2750 Euro pro Artikel aufgerufen. Kalkuliert wird mit mindestens 9500 Artikeln, die jährlich so Open Access publiziert werden.
  • Flankierend dazu soll es eine reine Open-Access-Komponente geben: Für Publikationen in den OA-Zeitschriften von BioMed Central und SpringerOpen gewährt Springer Nature 20% Rabatt auf den Listenpreis. Erhöhungen der Listenpreise sollen nicht mehr als 3,5% pro Zeitschrift und Jahr betragen.

Unterm Strich sollen deutsche Forscher so künftig mehr als 13.000 OA-Artikel im Jahr bei Springer Nature veröffentlichen.

Perfekte Bedingungen für Disruption

Kommentare

1 Kommentar zu "Springer Nature: Der »Deal« startet im Januar"

  1. Dr. Elke Platz-Waury | 21. Dezember 2019 um 17:28 | Antworten

    Ich freue mich sehr, dass eine Einigung endlich gelungen ist. Wissenschaftsfreiheit bedeutet u. a. auch freien Zugang zu den Ergebnissen der Forschung.
    Prof. Dr. Elke Platz-Waury

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