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Skipis: »Wir brauchen tragfähige Konzepte für die Innenstädte«

Der Börsenverein zieht auf seiner Wirtschaftspressekonferenz eine Zwischenbilanz des Buchmarkts in der Corona-Pandemie: Zwar habe sich der stationäre Buchhandel – vor allem durch Erweiterung seiner digitalen Angebote – behaupten können, aber es drohe zunehmend eine Verödung der Innenstädte. Der Verband sieht die Politik am Zug.

Dabei fällt das Fazit des Börsenvereins nach knapp sechzehn Monaten Pandemie durchaus positiv aus: Das Bedürfnis nach Büchern sei „gerade in herausfordernden Zeiten besonders groß“. Buchhandlungen und Verlage hätten Menschen trotz monatelang geschlossener Läden für das Lesen begeistern und über „kreative und digitale Wege“ mit Büchern versorgen können. Gerade der Buchhandel vor Ort habe seine Online-Umsätze deutlich gesteigert, „und damit seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber großen Online-Konzernen gesteigert“, sagt Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs.

Allerdings sei diese Steigerung der Online-Umsätze „durch hohe Prozesskosten teuer erkauft“, ergänzt Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. Unterm Strich bleibe bei vielen ein negatives Betriebsergebnis, und das bei grundsätzlich niedrigen Margen in der Branche. Man sei daher der Politik dankbar, dass sie die Branche bislang stark unterstützt habe und gerade dem Buchhandel ganz konkret weiter helfen werde, richtet Skipis seine Dankesadresse insbesondere an Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die neben Auszeichnungen wie dem Deutschen Verlagspreis und dem Deutschen Buchhandlungspreis und Programmen wie „Neustart Kultur“ kürzlich eine weitere Finanzspritze für den Buchhandel in Höhe von 10 Mio Euro angekündigt hatte.

Eine weitere Unterstützung durch die Politik wünscht sich Skipis bei der Belebung der Innenstädte: Diese seien schon vor der Pandemie immer stärker verödet, und auch Orte im ländlichen Raum hätten in der Krise bedrohlich an Lebendigkeit und Vielfalt verloren. „Für den Neustart nach der Pandemie ist eine gemeinsame Kraftanstrengung mit der Politik gefragt: Wir brauchen tragfähige Konzepte, um die Innenstädte wieder zu beleben“, appelliert Skipis, der dem Buchhandel hier eine wichtige Rolle zuschreibt „mit seiner einzigartigen Verbindung von Einzelhandel und Kulturinstitution und mit seinem filigranen Netz von über 5.000 Buchhandlungen vor Ort“.

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