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Optimale Livestreams: Die Hardware

In Szene setzen: Es hilft schon, die Kamera auf Gesichtshöhe zu bringen, um  z.B. eine ungünstige Froschperspektive zu vermeiden. (Foto: 123RF.com/elmirex2009)

Kommunikation per Videochat hat sich in nahezu allen Medienunternehmen durchgesetzt – sei es bei Besprechungen, Online-Events oder Fortbildungsveranstaltungen. Umso wichtiger ist es für Betriebe und ihre Mitarbeitenden, sich optimal zu präsentieren. Aber wie schließt man „Regisseur Zufall“ verlässlich aus seinen Produktionen aus? 

Nach drei Covid-Wellen und zwei harten Lockdowns ist nahezu jede und jeder wenigstens minimal vorbereitet, sich per Bewegtbild und Audio vor anderen zu präsentieren. Doch die Ansprüche an die Qualität variieren je nach Art der Kommunikation. Multimedia-Experte Roman Schurter leitet in einer Serie im Channel Produktion & Prozesse auf buchreport.de zur Selbstdarstellung mit Augenmaß an. Im hier vorliegenden 1. Teil fokussiert er auf die Hardware, im 2. Teil auf die Software.

 

Ich schätze, im vergangenen Jahr haben wir alle gelernt, wie man in Videocalls und Live-Streamings eine einigermaßen gute Figur macht. Jetzt wollen wir unsere Fähigkeiten ein wenig erweitern.

 

Basics: Das Optimale aus dem Minimum herausholen

Nehmen wir den einfachsten Fall: Sie haben Ihren Laptop und müssen ohne weiteres „Zugemüse“ in einen Videocall. Sie nutzen also die eingebaute Videocam und die eingebauten Mikrofone. Dieses Setting ist nicht schlecht, aber man kann es jederzeit und überall mit drei einfachen Maßnahmen verbessern:

  • Verbesserung 1: Kamera auf Höhe bringen
    Ein Stapel Bücher, eine Tasche oder eine Kartonbox helfen schon ungemein. Optimal bringt man die Kamera in etwa auf Nasenhöhe. Jeder Zentimeter Höhe hilft dabei, das Doppelkinn zu vermindern.
  • Verbesserung 2: Kopfhörer und Mikrofon nutzen
    Die eingebauten Mikrofone sind meist ganz passabel. Durch die Distanz Ihres Mundes zum Mikrofon mischt sich aber unvermeidbar der ganze Raum mit ein, und das erzeugt Hall. Besser ist es, wenn Sie ein Mikrofon verwenden, das Sie ziemlich sicher immer dabei haben: das Smartphone-Headset. Praktischerweise haben Sie dann auch gleich Kopfhörer an, was Rückkopplungen und unschönes Pfeifen im Videocall abstellt.
  • Verbesserung 3: Licht optimieren
    Wenn Bild und Ton stimmen, dann können wir noch etwas fürs Gesamtbild tun: Setzen Sie sich frontal vor ein Fenster und nutzen das Tageslicht. Das lässt Sie buchstäblich in gutem Licht erscheinen und ist meist vorhanden. Vermeiden Sie Fenster hinter Ihnen (Gegenlicht) oder auf der Seite (harte Schatten).

Und achten Sie auf einen geraden Rücken, das lässt Sie schlank und dynamisch erscheinen.

 

Der Channel Produktion & Prozesse

Weitere Lösungen, Impulse und Erfahrungsberichte für die Verlagsproduktion lesen Sie im Channel Produktion & Prozesse von buchreport und Channel-Partner Publisher Consultants.
Hier mehr… 

Advanced: Für Videocalls mit höheren Ansprüchen

Befinden Sie sich immer am gleichen Platz für die Videocalls, lohnt es sich, diesen zu optimieren. Das mit den Videocalls wird noch ein wenig länger andauern, also können wir auch ein wenig in neue Hardware investieren.

Bei der Optimierung setzen wir an den gleichen drei Stellen an wie oben:

  • Bild: Kaufen Sie sich eine Webcam
    Eine externe Webcam hat fast immer eine bessere Bildqualität als die eingebauten Kameras. Empfehlen kann ich etwa die Brio von Logitech. Falls Sie keine Extra-Kamera kaufen möchten, dann nutzen Sie Ihr Smartphone.
  • Ton-Empfehlung: USB-Tischmikrofon
    Ein gutes Tischmikrofon kostet nicht allzu viel und löst mehrere Probleme: Die Tonqualität wird erheblich verbessert. Es ist optisch sehr viel unauffälliger als ein Headset. Es ist über USB einfach anschließbar. Bei den Mikrofonen kann ich generell die Geräte von Rode empfehlen.
  • Licht-Empfehlung: Ring-Licht
    Gutes Licht verbessert Ihr Erscheinungsbild in Videocalls ungemein. Haben Sie kein Fenster zur Verfügung, müssen oft auch abends videocallen oder möchten das Licht besser kontrollieren, dann empfehle ich, mit einem einzigen Gerät zu beginnen: einem Ringlicht. Dieses leuchtet Ihr Gesicht von vorne weich und optimal aus und kann zusammen mit der Kamera auf einem kleinen Stativ montiert werden. Brauchen Sie eine Empfehlung? Elgato hat ein perfektes Gerät im Angebot. Kostet ein bisschen was, ist aber solide, langlebig und bietet out-of-the-box ein Super-Licht. (Ich bin weder von Elgato noch von Rode oder Logitech gesponsert. Ich habe mir diese Gerätschaften selbst gekauft und empfehle sie, weil ich sie für gut befinde.)

 

Professional: Für den Profi-Auftritt im Web

Geht man noch einen Schritt weiter, dann sieht ein Arbeitsplatz schnell so aus.

Auf dem Bild sieht man meinen aktuellen Arbeitsplatz mit diversen Audio- und Videogadgets rund um mein Macbook herum.

Auf dem Bild sieht man meinen aktuellen Arbeitsplatz mit diversen Audio- und Videogadgets.

Beginnen wir wieder beim Bild: Ich habe auf dem Bildschirm zwar eine externe Webcam, allerdings nutze ich oft meine DSLR-Kamera. Diese ist über HDMI und einen Camlink-Adapter an mein MacBook angeschlossen und bietet eine Super-Auflösung. Mit verschiedenen Linsen und Einstellungen kann ich mich optimal ins Bild rücken.

Für den guten Ton habe ich nach langer Suche das VideoMic NTG von Rode entdeckt. Ich habe sehr viele Mikrofone probiert und mit dem NTG hat Rode quasi die eierlegende Wollmilchsau geschaffen. Anschließbar per Klinke und USB, mit hervorragenden Sound-Eigenschaften und den perfekten Maßen ist es mein ständiger Begleiter. Ich habe es an einem Galgen aufgehängt, der – als Verbesserung zum Tischmikrofon – jegliche Tastatur- und Tisch-Geräusche absorbiert.

Bleibt noch das Licht: Wenn ich schon das Ringlicht von Elgato empfehle, dann gilt diese Empfehlung erst recht für die größeren Brüder, die Keylights. Superweiches, aber intensives Licht, sehr stabil verarbeitet und detailliert steuerbar. Ich nutze es indirekt, indem ich es die Leuchten an der weißen Wand reflektieren lasse.

 

Für den Perfektionisten

Im Bild unter dem großen Monitor sehen Sie ein Streamdeck. Dieses Kästchen erlaubt es mir, in einem Videocall auf Knopfdruck allerhand Schabernack zu treiben. Ich rufe Apps auf, schalte Kameras um, mute mein Mikrofon und steuere die Beleuchtung.

Auf dem Bild sieht man außerdem noch einen schwarzen Monitor. Er gehört nicht zur Standardausrüstung. Den brauche ich als Steuerungsmonitor, wenn ich mit mehreren Kameraquellen parallel arbeite.

Nicht im Bild zu sehen ist ein Teleprompter, den ich in Videocalls gerne verwende. Nicht, um meinen Text abzulesen. Vielmehr spiegele ich mein Zoom-Fenster auf den Prompter und kann so den anderen Videocall-Teilnehmern direkter in die Augen schauen.

Ebenso nicht auf dem Bild vertreten ist ein Greenscreen, der einem in Kombination mit der richtigen Software nochmals ganz neue Möglichkeiten bietet. Zur Software dann aber mehr im Folgebeitrag.

Roman Schurter

Mit freundlicher Genehmigung von publishingblog.ch.

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