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Wie Co-Creation hilft, Neues hervorzubringen

Foto: 123RF.com/ammentorp

Die Ideenfindung ist ein kritischer Erfolgsfaktor bei Unternehmen. Da liegt es nahe, die Konsumenten selbst in den Prozess der Innovation einzubeziehen. 

Roman Schurter zeigt im Channel Produktion & Prozesse von buchreport.de einige Beispiele und Methoden von Co-Creation und benennt nützliche Software-Tools, um Konsumenten auch digital in solche Kreativprozesse einzubinden.

 

Co-Creation ist eine Form der Zusammenarbeit, die es Unternehmen und Teams ermöglicht, Stakeholder gezielt an Innovationsprozessen zu beteiligen. Eine Art Crowdsourcing zur Ideenfindung und fürs Prototyping.

Co-Creation findet über einen längeren Zeitraum statt. Die Methode kann sogar als dauerhafter Prozess eingerichtet werden, der auch mit wechselndem Personal aufrechterhalten wird.

 

Beispiele von Co-Creation

  • Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren dauerhafte Communities eingerichtet, die bei der Entwicklung von neuen Produkten helfen. Beispiele findet man bei Lego Ideas (aus der Community kommen Anregungen für neue Lego-Modelle) oder auch bei Migipedia (Kunden wünschen sich neue Produktentwicklungen bei der Migros).
  • Der Prozess der Ideenfindung kann auch in kurzfristigen Sprints angesetzt werden. Innovationswettbewerbe sind sowohl Marketing-Event wie auch eine kurze, intensive Basis für neue Ideen. IKEA sammelt zum Beispiel seit mehreren Jahren über den Family Malwettbewerb bei seiner Zielgruppe Ideen für neue Stoff-Kuscheltiere.
  • Eine weitere Strategie ist es, sich gezielt Co-Creation-Partner zu suchen, die einem bei der Ideenfindung und beim Prototyping unterstützen. So machen es beispielsweise die Creative Kids, die neue Wege des Lernens erproben und so den Bildungswandel vorantreiben wollen, oder auch viele Unternehmen, die gezielt Stakeholder zur Co-Creation einladen.
Der Channel Produktion & Prozesse

Weitere Lösungen, Impulse und Erfahrungsberichte für die Verlagsproduktion lesen Sie im Channel Produktion & Prozesse von buchreport und Channel-Partner Publisher Consultants.
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Co-Creation mit Design Thinking

Co-Creation ist eng mit dem Design-Thinking-Prozess verbunden. Eine Möglichkeit ist es, die Co-Creators immer wieder mit neuen Fragestellungen zu fordern, die sie dann mit den Methoden des Design Thinkings bearbeiten. Die Co-Creators versuchen das Problem zu verstehen, Ideen zu generieren und zu testen und idealerweise sogar schon umzusetzen.

Die Abbildung zeigt den Design Thinking-Prozess mit den Phasen Zuhören, Probleme definieren, Ideen finden, Prototyping, Testen und Umsetzen.

 

Co-Creation im Design Thinking

Co-Creation kann aber auch als Teil des Design Thinkings eingebettet werden. Hier hilft die Community primär bei der Ideensuche und beim Testen. Die Co-Creation kann dabei mehrere Iterationen durchlaufen und umfasst sehr oft auch noch einen ersten Test.

Die Definition von Problemen und die definitive Umsetzung werden hier aber von einer Kerngruppe oder einem anderen Personenkreis getrieben.

Das Bild zeigt, wie Co-Creation als iterative Schlaufe in den Design-Thinking-Prozess eingebunden werden kann. Die Co-Creators übernehmen dabei vor allem die Ideenfindung, das Prototyping und das Testen.

 

Erfahrungen bei den Creative Kids

Ich hatte verschiedentlich die Gelegenheit, bei der zweiten Co-Creator-Phase der Creative Kids dabei zu sein. Hier hat das Kernteam ganz gezielt nach Co-Creators gesucht, die in mehreren Arbeitsgruppen wichtige Fragestellungen bearbeiten oder konkrete Anliegen protoypen und umsetzen. So wurden mit Hilfe der Co-Creators Grundlagen für strategische Entscheidungen gelegt. Wir haben aber auch konkrete Aufträge erledigt, wie die Organisation des Digitaltags oder das Durchführen einer Crowdfunding-Kampagne.

Die Co-Creators arbeiten in wöchentlichen Sprints und organisieren sich in einzelnen Arbeitsgruppen. Neben den wöchentlichen Gruppen-Meetings findet jede Woche ein Meeting mit allen Co-Creators statt, um Informationen zusammenzutragen. Die Co-Creators organisieren sich über Trello und kommunizieren über Slack und Zoom. Ergänzend hinzu kommt sehr oft Miro als gemeinsame virtuelle Arbeitsfläche und Google Drive als gemeinsame Dateiablage. Selbstverständlich kann man sich aber auch in Microsoft Office 365 mit Teams oder mit anderen Tools bestens organisieren.

Die Arbeit als Co-Creator ist für mich extrem spannend. Die vorwiegend virtuelle Arbeit hatte Flow und wird, so meine Erfahrung, unter den Co-Creators hervorragend organisiert. In Nicht-Covid-Zeiten würde man sicherlich auch mehr Workshops gemeinsam vor Ort durchführen, um bei gewissen Arbeitsschritten den Fokus noch zu steigern. Zuletzt war das nicht möglich, wir haben uns aber auch rein virtuell in einem flotten Tempo bewegt und viele Ideen verarbeitet.

Mit freundlicher Genehmigung von Publishingblog.ch.

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