buchreport

Orell Füssli mit massiven Umsatzeinbußen

Wenn ein großer Konzern eine Bilanz-Meldung mit „Unbefriedigender Geschäftsverlauf“ übertitelt, ist meist „katastrophal“ gemeint. So bei der Orell Füssli Gruppe, die besonders im Buchhandel tief in der Krise steckt. Eine Hiobsbotschaft auch für den deutschen Gesellschafter Hugendubel.
In der Pressemitteilung der internationalen Industrie- und Handelsgruppe heißt es, die Ergebnisse seien in allen Divisionen (u.a. Banknoten- & Sicherheitsdruck und Buchhandel) deutlich unter den Erwartungen geblieben. In (provisorischen) Zahlen: Der Umsatz sank um fast 9% auf 289 Mio Franken (ca. 239 Mio Euro). Auf der Ertragsseite fällt das Minus noch größer aus: Der Betriebsgewinn (EBIT) schrumpfte um 83% auf 2,3 Mio Franken (ca. 1,7 Mio Euro).
Wie sich die Krise im Buchhandelsgeschäft bei Orell Füssli (an der Hugendubel seit 1992 mit 49% beteiligt ist) in Zahlen niederschlägt, geben die Schweizer noch nicht bekannt – nach dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres lag das Minus bei 5,3% (auf 50,5 Mio Franken, hier mehr).
Das Buchhandelsgeschäft sei von Preissenkungen in der Größenordnung von bis zu 10% geprägt gewesen, die hauptsächlich durch die Währungsverschiebungen verursacht worden seien. Hinzu komme, dass der Absatz leicht rückläufig gewesen sei. Beide Faktoren hätten sich „massiv“ auf den erzielten Umsatz ausgewirkt. Auch das operative Ergebnis habe sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Schließlich belasteten Rückstellungen für Bereinigungen des Filialnetzes das Ergebnis.
Perspektivisch erwarten die Schweizer im Buchhandelsgeschäft bei der Preisentwicklung eine Beruhigung. Wegen der Bereinigung des Filialnetzes und des Ausbaus der Internetaktivitäten sei man zuversichtlich, wieder zu besseren Ergebnissen zurückzukehren.

Im Interview mit buchreport.de hatte Marketing-Geschäftsleiter András Németh zuletzt erklärt, trotz Umsatzrückgängen und Filialschließungen könne von Krise keine Rede sein. Die Umsatzentwicklung sei allein auf den Preisverfall durch die Euro-Schwäche bedingt. 

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Orell Füssli mit massiven Umsatzeinbußen"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Dossier

Aktuelles aus dem Handel

  • Daniela Koch empfiehlt »Die Erfindung des Ungehorsams«  …mehr
  • Peter Peterknecht: Profilieren in der Pandemie  …mehr
  • Minijobber haben keinen Lohnanspruch bei Corona-Lockdown  …mehr
  • Schweizer Filialist Orell Füssli expandiert  …mehr

  • SPIEGEL-Bestseller im Blick

    Der SPIEGEL-Bestseller-Newsletter gibt Ihnen jede Woche kostenlos einen Überblick zu den Aufsteigern der neuen SPIEGEL-Bestsellerlisten.

    » Melden Sie sich hier kostenlos an.

    Wollen Sie sich darüber hinaus schon vorab und detailliert über die Toptitel von morgen informieren, um frühzeitig disponieren zu können?

    » Bestellen Sie das SPIEGEL Bestseller-Barometer ab 8 Euro pro Monat.

    Wenn Sie die SPIEGEL-Bestesellerlisten z.B. in Ihren Geschäftsräumen präsentieren wollen oder online in Ihren Web-Auftritt integrieren möchten, hat buchreport weitere Angebote für Sie.

    » Weitere Angebote zu den SPIEGEL-Bestsellerlisten