Branchenverbände beklagen höheres Porto für Bücher

„Es wird einfacher“, jubelt die Deutsche Post. „Ab 1. Juli 2019 wird es statt aktuell 6 Produkten zum Bücher- und Warenversand nur noch 2 preisgünstige Produkte geben“, teilt das Unternehmen mit. Die Details:

  • Die beiden neuen Produkte heißen „Bücher- und Warensendung bis 500 Gramm“ sowie „Bücher- und Warensendung bis 1000 Gramm“.
  • Beide Produkte werden einheitliche Maximalmaße haben (353 x 250 x 50 mm).
  • Das Paket bis 500 Gramm soll 1,90 Euro kosten, das bis 1000 Gramm 2,20 Euro.

Der Börsenverein kann dem neuen Konzept aus Sicht der Buchbranche nichts abgewinnen: „Die Deutsche Post zieht die Kostenschraube weiter an und belastet mit erneuten Preissteigerungen in Höhe von bis zu 60% die Buchbranche erheblich. Innerhalb von einem Jahr haben sich die Kosten für den Versand von Büchern in der kleinen Variante nahezu verdoppelt. In einem ohnehin angespannten Markt wird es für Buchhandlungen und Verlage immer teurer, Bücher zu vertreiben und so ihrem kulturellen und gesellschaftlichen Auftrag nachzukommen. Gerade für kleine Verlage ist der Postweg elementar, um Bücher, die im Buchhandel in der Breite nicht vorkommen, zu versenden. Der Sortimentsbuchhandel, der seinen Kunden auch weiterhin den Service der Nach-Hause-Lieferung bieten will, wird immer mehr geschröpft“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. 

Auch der Versandhandelsverband BEVH kritisiert die Erhöhung: „Nach dem Wegfall der internationalen Büchersendung zum Ende Februar und der im letzten Jahr bereits erfolgten Preiserhöhung der nationalen Büchersendung um 20%, scheint es, dass die Deutsche Post und die Bundesrepublik Deutschland als ihr maßgeblicher Anteilseigner das Interesse am Kulturgut Buch verlieren“, so Frederik Palm, Sprecher der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband
E-Commerce und Versandhandel: „Es ist für den Versandbuchhandel sehr problematisch, dass er sich auf diese massive Erhöhung, die die Kalkulation des Geschäftes insgesamt betrifft, praktisch nicht einstellen konnte, weil sie unterjährig mit so kurzer Frist angekündigt wird.“
 
Wenn überhaupt, dann können mit der massiven Preiserhöhung allenfalls große Buchversender umgehen, die über andere Kostenstrukturen verfügten. Palm fordert die Rücknahme der Entscheidung: „Mit der Abschaffung der bewährten Büchersendung gefährdet die Deutsche Post die Vielfalt im Buchhandel. Wir fordern das Unternehmen und die Bundesregierung auf, diese Entscheidung zu revidieren, die im Widerspruch zu dem intendierten Schutz der Kulturförderung durch ein breites Angebot steht. Ob das der richtige Weg ist, das Kulturgut Buch zu schützen und fördern, muss zwingend überdacht werden.“

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