Zu klein, zu wenig Geld

Der digitale Wandel setzt Buchverlage unter Innovationsdruck. Auch wenn die meisten Verlage dies erkannt haben, scheitert die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen häufig an den internen Ressourcen. Dies ist das Ergebnis einer Studie unter europäischen Verlagen.

Fast drei Viertel der über 120 Befragten gaben an, dass sie zurzeit neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Die Innovationsmöglichkeiten würden aber durch den Zugang zu Kapital, fehlender Größe der Unternehmen und mangelnder Infrastruktur eingeschränkt. Rechtliche Aspekte dagegen wurden als weniger entscheidend wahrgenommen. Auch eine auf dem Status Quo beharrende Mentalität sei ein Hindernis für Innovation in der Branche.

Weitere Ergebnisse: 

  • Bei 16% der Befragten werden keinerlei Ressourcen für Forschung und Entwicklung bereitgestellt; 18% haben eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung. 
  • 41% decken den Bedarf an Forschung und Entwicklung im eigenen Haus, jedoch ohne dass eine eigenständige Abteilung vorhanden ist. Stattdessen übernehmen andere Abteilungen wie etwa Vertrieb oder die Unternehmensentwicklung diese Aufgabe.
  • Nur 8% vertrauen im Bereich Forschung und Entwicklung auf externe Dienstleister. 
  • 6% kooperieren mit Universitäten und Forschungseinrichtungen.
  • 67% könnten sich vorstellen, einen kooperativen Ansatz zu nutzen, also z.B. ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit europäischen Universitäten auf den Weg zu bringen.

In folgenden Bereichen ist aus Sicht der Verlage der Innovationsbedarf am größten (in absteigender Reihenfolge):

  1. Digitale Distribution 
  2. Dateiformate
  3. Interaktive Inhalte
  4. Produktion multimedialer Inhalte
  5. E-Commerce
  6. Marktforschung und Tests
  7. Lizenzen/Urheberrecht
  8. Discoverability Tools

Die Befragung wurde gemeinschaftlich von Mitarbeitern von iMinds (Belgien), der Italian Publishers Association AIE (Italien), der Federation of European Publishers FEP (Belgien) sowie der Frankfurter Buchmesse und der Johannes Gutenberg-Universität (Deutschland) konzipiert und ausgewertet. Hier die ausführlichen Ergebnisse. 


Webinar: „So machen Sie Ihr Unternehmen agil“

Mit agilem Projektmanagement lassen sich Innovationsvorhaben effizient und schnell umsetzen. Auch in der Buchbranche setzen Unternehmen auf diese Methode, die aus der Softwareentwicklung kommt. Statt umfangreicher Planung zu Beginn eines Projekts unterstützen diese Methoden das adaptive Planen und die schnelle Abstimmung im Team. In einem Webinar vermittelt buchreport die Grundlagen des agilen Projektmanagements, insbesondere in der Ausprägung der Scrum-Methode, und zeigt, wie der Ansatz im Publishing fruchtet. Das Webinar findet am 30. Januar um 12 Uhr statt. Bei Interesse können Sie sich unverbindlich per E-Mail an info@buchreport.de für das Webinar vormerken lassen. 

Kommentare

1 Kommentar zu "Zu klein, zu wenig Geld"

  1. Komisch, mein Eindruck ist der umgekehrte: Dass Verlage zu groß sein können. Dass dringendste Dinge nicht entschieden werden (können), weil sie zu viele Hierarchieebenen rauf und runter laufen. Und bekanntlich (Wirtschafts-„Nobelpreis“) müssen die Interessen der Angestellten nicht mit den Interessen der Firma übereinstimmen, und je mehr Angestellte es also gibt … Wenn’s ums Überleben geht, würde ich eher auf Säugetiere denn auf Dinosaurier setzen.

    Und allerdings: Solche Probleme haben nicht nur Verlage, sondern die meisten Organisationen ab einer gewissen Größe. Wie heißt der running gag bei M&A-Spezialisten? „Synergie-Effekte“

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