Thalias Bitte um unbezahlte Mehrarbeit

Video-Botschaft aus der Zentrale: Michael Busch hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Thalia Mayersche per Vimeo-Video angesprochen, im Weihnachtsgeschäft durch unbezahlte Mehrarbeit ‧Kosten zu senken. (Foto: Thalia)

Viele kleinere Buchhandlungen haben die Corona-Blessuren durch gute Umsätze nach dem Frühjahrs-Lockdown auskurieren können. Filialisten mit größeren Flächen in teureren Lagen kommen dagegen oft nicht auf die dafür erforderlichen Umsätze und tun sich schwerer, den im Frühjahr erlittenen Rückstand aufzuholen, wie auch Marktforschungszahlen zeigen: Die Ketten schwächeln, während Standorthändler sagen: Die Krise hat uns besser gemacht.

  • Im Frühjahrs-Lockdown haben Filialisten anders als Standorthändler oft keinen örtlichen Lieferdienst organisieren können.
  • Die Kundenfrequenz in Einkaufsstraßen und Shoppingcentern liegt weiterhin 20% unter Vorjahr und macht sich vor allem auf den auf Laufkundschaft angewiesenen Standorten bemerkbar.

Thalia Mayersche-CEO Michael Busch hat sich jetzt in einer Videobotschaft an seine rund 6000 Mitarbeiter gewandt, über die Lage beim marktführenden Filialisten gesprochen und auf den stationär aufgelaufenen zweistelligen Umsatzrückstand verwiesen.

Dem Unternehmen, das 2019 ca. 1,2 Mrd Euro umgesetzt hat, dürfte nach buchreport-Schätzung im bisherigen Jahresverlauf stationär ein hoher zweistelliger Mio-Betrag in den Kassen fehlen, der auch durch wachsende Online-Umsätze nicht kompensiert werden konnte.

Aufforderung per Videobotschaft: freiwillige Mehrarbeit

Konsequenz: Befristete Stellen werden nicht verlängert oder neu besetzt. Mit Blick auf die Umsatzeinbußen und das kommende Weihnachtsgeschäft fragt Busch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem in der Videobotschaft nach ihrer Bereitschaft zu unbezahlten Überstunden. Nachgefragt wird ein Umfang von zwei Wochenstunden.

Auf buchreport-Rückfrage heißt es bei Thalia Mayersche, Ziel sei es, möglichst viele feste Arbeitsplätze langfristig zu sichern: „Das vor uns liegende Weihnachtsgeschäft ist für unsere weitere Entwicklung immens wichtig. Das freiwillige Engagement unserer Mitarbeitenden trägt dazu bei, flexible Kosten temporär zu reduzieren.“

Thalia | Mayersche

Batheyer Straße 115–117, 58099 Hagen; www.thalia.de
Inhaber:Familie Herder, Familie Kreke, Familie Falter, Leif Göritz, Michael Busch
Leitung:Michael Busch, Dr. Hartmut Falter, Roland Kölbl, Ingo Kretzschmar, Klaus Ortner, Markus Steib
Umsatz 2019:1,2 Mrd € (geschätzt)
Mitarbeiter:ca. 6000 1)
Filialen:ca. 350 1)
Verkaufsfläche:ca. 268.000 qm 1)
1) Deutschland und Österreich

Im Umsatz sind 50% der Anteile an den Buchhandlungen der Schweizer Orell Füssli Thalia AG enthalten sowie das Nebenmarkt-Rackjobbing-Unternehmen Best of Books.

Quelle: buchreport | Die größten Buchhandlungen 2020

Kommentare

1 Kommentar zu "Thalias Bitte um unbezahlte Mehrarbeit"

  1. Die „Bitte“ um unbezahlte Mehrarbeit wurde bei der Mayerschen, die jetzt zu Thalia gehört, in der Vergangenheit auch schon praktiziert. In der Praxis wurden die Mitarbeiter so unter Druck gesetzt, dass kaum jemand sich geweigert hat. Indirekt wurde mit Jobverlust gedroht. Eine Frechheit! Ich kann mir vorstellen, dass es in diesem Fall ähnlich zugeht.

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