Schwund in der Handelssparte

Mindestens 150 Buchhandelsunternehmen haben 2015 in Deutschland ihr Geschäft aufgegeben, zeigt eine buchreport-Auswertung von Insolvenz- und Geschäftsaufgabe-Meldungen. Der Aderlass im Sortiment schlägt sich wie in den Vorjahren auch im Mitgliederstamm des Börsenvereins nieder.

Hinzu kommen Jahr für Jahr Abmeldungen aus anderen Gründen, die die Mitgliedschaft (Spitzenwert Ende der 1990er Jahre: 7093) auf mittlerweile unter 5000 Unternehmen haben schrumpfen lassen:

  • In der jeweils zum Jahresende gezogenen Statistik weist der Börsenverein zum 31. Dezember 2015 noch 4963 Mitglieder aus.
  • Der damit ausgewiesene Rückgang der Mitgliederzahl um 184 (–3,6%) ist der bisher zweithöchste nach 2014 (–235 Mitglieder/–4,4%).

In der Statistik für 2015 sind noch zahlreiche Kündigungen zum Jahresende mitgerechnet: Durch 152 Austritte gegenüber 18 Eintritten waren es so zum Start des neuen Jahres tatsächlich nur noch 4829 Mitglieder.

Differenziert nach den beiden Säulen Verlage und Buchhandel zeigt sich die dramatische Entwicklung im Handel:

  • Verlage: In der Statistik zum Jahresultimo 2015 werden 1745 Verlage gezählt, 2,5% weniger als im Jahr zuvor. Die Langzeitentwicklung ist recht undramatisch: In den vergangenen 10 Jahren betrug der Rückgang nur 4,3%.
  • Handel: 2015 ist die Zahl der Buchhandels-Mitglieder um 4,4% (auf 3064) zurückgegangen, im 10-Jahresvergleich sind es knapp 29% weniger.

Dies ist nicht gleichbedeutend mit dem Rückgang der Buchhandlungen, weil es in den Nullerjahren eine Konzentration durch Übernahmen gegeben hat und andererseits auch eine ganze Reihe von Buchhandlungen auf die Verbandsmitgliedschaft verzichten. Zum Teil übernehmen Verbünde wie z.B. die eBuch Verbandsfunktionen.

Insgesamt hat sich die Börsenvereinsmitgliederkartei in den vergangenen 10 Jahren um fast 21% reduziert.

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