Neuer KNV-Eigner Zeitfracht thematisiert die Kosten der Schnelligkeit

Wolfram Simon-Schröter (Foto: Zeitfracht)

KNV-Investor Zeitfracht will mit dem übernommenen Zwischenbuchhändler auch logistisch zusammenarbeiten. Bestimmte Transportdienstleistungen müssten nicht mehr extern zugekauft werden, sondern können gruppenintern geleistet werden. Man werde deshalb auch den eigenen Fuhrpark ausbauen. Das hat Zeitfracht-CEO Wolfram Simon-Schröter jetzt in einem „Börsenblatt“-Interview erklärt.

Für die letzte Meile bringt Simon-Schröter den Test „modifizierter Konzepte“ und auch eine erneute Kooperation mit den Bücherwagendiensten von Libri und Umbreit ins Gespräch. Zurückhaltend äußert sich der Zeitfracht-Chef zur Zukunft der Übernachtlieferung und den damit verbundenen Kosten der Buchlogistik. KNV könne weiterhin ausliefern, overnight oder auch sameday liefern, wenn es darauf ankomme. „Allerdings ist das mit erhöhten Kosten verbunden und die Kunden müssen bereit sein, für diese Dienstleistung auch mehr zu bezahlen.“

Die durch Kleinteiligkeit immer weiter steigenden Logistikkosten der Buchbranche waren auch auf den Berliner Buchtagen ein Thema: Zwischenbuchhandels-Sprecher Stephan Schierke (VVA) hatte „katastrophale Kennzahlen“ aus der jüngsten Logistik-Umfrage präsentiert. Zu dem kürzlich veröffentlichten buchreport-Interview mit Libri-Chef Eckhard Südmersen, der die Ergebnis-Entwicklung des Zwischenbuchhandels sehr kritisch beurteilt hat, sagt Simon-Schröter: „Wir sehen durchaus Perspektiven, dass KNV langfristig und nachhaltig aus eigener Kraft profitabel ist. Wir sehen eine sehr positive Zukunft für KNV, weil das Unternehmen einen Innovationsvorsprung hat und Produkte und Dienstleistungen anbietet, die am Markt einzig sind.“ Dass der stationäre Buchhandel stagniert oder leicht rückläufig ist, habe Zeitfracht dabei einkalkuliert: „Wir glauben aber auch, dass der Rückgang nicht so hoch sein wird, wie von den Pessimisten vorausgesagt.“

Zeitfracht will sich in „nennenswertem Umfang“ an einem Ausgleichsfonds beteiligen für kleinere, durch die KNV-Insolvenz geschädigte Verlage. „Es ist uns ein Anliegen, den kleineren Verlagen zumindest einen Teil ihres Schadens zu begleichen“, so Simon-Schröter im „Börsenblatt“-Interview. 

Voraussetzung für alle aktuellen Einlassungen sei, dass das Bundeskartellamt zustimme und zum 1. August das Closing erfolge.

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