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Michael Busch: »Die Städte zu Plattformen umbauen«

Wie geht es für den stationären Handel weiter, nachdem die Pandemie und vor allem die Lockdowns für einen Schub Richtung Online-Handel gesorgt haben?

Thalia-CEO Michael Busch wirbt als Gegengewicht zu  großen Online-Plattformen dafür, die „Mikrologistik vor Ort“ auszubauen: „Es geht darum, die im Stadtraum verfügbaren, aber über viele Geschäfte verteilten Waren so auf einer Plattform zu bündeln, dass sie über die Summe der Geschäfte eine ähnliche Vielfalt abbilden, wie es Amazon auf seiner Plattform vermag.“ Die Stadt als Plattform abzubilden und im Bewusstsein der Kunden zu verankern, sei jetzt die große Herausforderung.

Der Handel allein werde das allein allerdings nicht stemmen können: „Die notwendige Logistikinfrastruktur für die Abholung und Verteilung der Waren müssen Kommunen und Handel mit finanzieller Unterstützung von Bund und Ländern im Zusammenspiel schaffen. Gelingt dies, bleibt die Wertschöpfung in der Stadt“, erklärt Busch in einem Interview mit dem Handelsmagazin „Stores + Shops“ (EHI Retail Institute).

Sehr viele kleine und mittlere Händler seien nicht in der Lage, so umfassend in ihre digitale Infrastruktur zu investieren, dass sie gegen internationale Anbieter bestehen können. Thalia selbst hingegen verfüge über eine konkurrenzfähige Plattform und öffne sie für andere Marktteilnehmer der Buchbranche geöffnet: „Buchhändlern, die sich auf ihren Laden und die Kunden in ihrem Umfeld konzentrieren wollen, stellen wir über die gesamte Wertschöpfungskette sämtliche zentralen Dienstleistungen von der Logistik über den Einkauf bis zum Controlling bereit.“

Er verweist als prominentes Beispiel auf die Verbandelung mit dem Südwestfilialisten Osiander, der nicht nur im Einkauf, sondern auch im E-Commerce auf Thalia setzt. „Schaffen wir es in Deutschland, unsere Städte, wie eben beschrieben, zu Plattformen umzubauen, und stellen wir als zweite Säule jeweils eine nationale Plattform in den einzelnen Handelssegmenten – wie zum Beispiel dem Buchhandel – daneben, haben wir die Chance, unsere Innenstädte wiederzubeleben und gegen große internationale Player zu bestehen.“

 

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