1. »Deal«: Wiley und Hochschulkonsortium einigen sich

Geben die Einigung bekannt: Judy Verses (Wiley, Inc.), Guido F. Herrmann (Wiley-VCH), Frank Sander (Max Planck Digital Library Services), Horst Hippler (Projekt Deal), Gerard Meijer (Fritz-Haber-Institut, v.l., Foto: Lena Scherer/buchreport)

Der Wissenschaftsverlag John Wiley & Sons, in Deutschland präsent durch Wiley-VCH (Weinheim), hat sich mit den deutschen Forschungseinrichtungen auf einen „Deal“ geeinigt. Seit 2016 verhandelt ein Konsortium unter der Marke „Projekt Deal“ mit den großen Wissenschaftsverlagen Elsevier, Springer Nature und Wiley über eine neue nationale Zusammenarbeit, die die klassischen Abonnements von E-Journals ablösen soll. (Hier geht es zur „Deal“-Chronologie, hier zum jüngsten Lagebericht am Jahreswechsel.)

Auf der Konferenz Academic Publishing Europe (APE) haben die Parteien jetzt eine erste Einigung bekannt gegeben (die Verhandlungen mit den anderen Verlagen sind noch nicht abgeschlossen). Mit Wiley wurde eine 3-Jahres-Vereinbarung abgeschlossen:

  • Gegen eine jährliche Gebühr ermöglicht Wiley allen am „Projekt Deal“ beteiligten Wissenschaftsinstitutionen den Zugang zu seinen wissenschaftlichen Journals zurück bis ins Jahr 1997.
  • Forscher an „Projekt Deal“-Institutionen können Artikel als „Open Access“ in Wiley-Zeitschriften veröffentlichen.

Die Förderung des Open Access-Geschäftsmodells (es wird für die Veröffentlichung gezahlt und nicht für die Nutzung/das Abonnement) ist ein Kernanliegen des „Projekt Deal“.

Um die allgemeine Förderung der wissenschaftlichen Forschung zu unterstützen, starten Wiley und „Projekt Deal“ im Rahmen der Kooperation 3 neue Initiativen:

  • Ein „neues Flaggschiff unter den Open-Access-Journals“: Eine interdisziplinäre Zeitschrift soll führende Wissenschaftserkenntnisse aus der globalen Forschungsgemeinschaft veröffentlichen und als einzigartiges Forum für die Entwicklung neuer Open-Access-Publikationsmodelle dienen.
  • Der Verlag und das „Projekt Deal“ richten eine Gruppe zum Thema „Open Science and Author Service Development“ ein, die sich auf die Innovation und Beschleunigung neuer Publikationskonzepte konzentrieren soll.
  • Ein neues jährliches Symposium für deutsche Nachwuchswissenschaftler wird gegründet, das „zukunftsweisende Ideen für die Forschungskommunikation“ erarbeiten soll.

„Deal“-Verhandlungsführer Horst Hippler, ehemaliger Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, hängt den ersten Verhandlungsabschluss hoch auf: „Es ist revolutionär, dass wir diesen Weg zu einer Open-Access-Publikationspraxis gemeinsam mit Wiley gehen. Ich möchte der Max-Planck-Gesellschaft für ihre Unterstützung bei der endgültigen Vertragsunterzeichnung danken.“

Um die Unterzeichnung des Projekt-Deal-Vertrags mit Wiley zu ermöglichen, gründete die Max-Planck-Gesellschaft als Mitglied der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen hinter dem Projekt-Deal-Konsortium die Max Planck Digital Library Services GmbH als Vertragspartner für die nationalen Kooperation mit Wiley.

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