Augsburger rauchen Friedenspfeife

Was sich schon Ende der vergangenen Woche in der Tarifrunde für Bayern abzeichnete, ist gestern erfolgt: Die Geschäftsführung der Verlagsgruppe Weltbild und Verdi haben sich nach sechs Stunden Verhandlung auf eine separate Vereinbarung geeinigt.

Nach Angaben von Verdi erhalten die tariflichen Angestellten bei Weltbild 70 Euro mehr Lohn ab Januar und eine Einmalzahlung von 120 Euro noch im Dezember. Teilzeit-Mitarbeiter bekämen eine anteilige Erhöhung. Das Ziel der Gewerkschaft sei eine spürbare Erhöhung der Gehälter auch in den unteren Tarifgruppen gewesen. In der Tarifgruppe I (1. Tätigkeitsjahr) seien über 4% Lohnerhöhung erkämpft worden. Außerdem habe die Geschäftsführung den Bestand des Manteltarifvertrags zugesichert.

Vorangegangen waren zwei Warnstreiks mitten im Weihnachtsgeschäft, an denen je nach Perspektive 200 (so ein Arbeitgeber-Vertreter) bzw. 450 (Verdi) Mitarbeiter von Weltbild teilhatten.
Für den Flächentarifvertrag, der die sonstigen Buchandlungen und Verlage mit Tarifbindung betrifft, wird jetzt weiterverhandelt. Aktuell liegt das Angebot der Arbeitgeber (1,2% Lohnerhöhung ab Oktober 2013) und die Gewerkschaftsforderung (plus 6%, mindestens 110 Euro) noch weit auseinander.
Man müsse sich Zeit nehmen für die Verhandlungen, erklärt der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Hugendubel-Geschäftsführer Thomas Nitz, Anfang der Woche gegenüber buchreport. Das eigene Angebot fuße auf einem Abschluss, der mit der Gewerkschaft schon einmal so erzielt worden sei, allerdings unter anderen Rahmenbedingungen. Heute herrsche eine so kritische wirtschaftliche Situation wie noch nie in der Buchbranche. 
Der nächste Verhandlungstermin ist für den 19. Dezember angesetzt. 

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