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Thalia-Chef Michael Busch erneuert Argumente bei »Plasberg«

Thalia-Chef Michael Busch ist dieser Tage in Sachen Buchhandel hochaktiv. Von der Bundespressekonferenz über die „Bild am Sonntag“ ins Erste. Bei Frank Plasbergs „hart aber fair“ meldete Busch sich am Montagabend mit den bekannten Argumenten.

Eine Öffnung des Einzelhandels, insbesondere der Buchhandlungen, sei nun einfach geboten. „Wenn die ersten Läden sterben, fallen nicht nur Arbeitsplätze weg, sondern die Innenstädte verlieren an Attraktivität“, so der Gedanke. Busch beschrieb erneut die bestehenden Hygiene- und Schutzkonzepte und betonte die Erwartungshaltung an Politik und Regierung, nicht nur Öffnungsstrategien zu formulieren, sondern auch klare Regelungen über die Verteilung von Lasten, z.B. Mieten.

Dass Thalia alle Filialen erhalten wolle, sei erklärtes Ziel, so Busch. Dass andere Filialisten dagegen Läden schließen müssten, sei „nur der Anfang“.

Im Kern drehte sich am Montag vieles um Öffnungsstrategien. Zwar warnte Gesundheits-Politiker Karl Lauterbach erneut vor zu schnellen Öffnungen, zeigte aber einen möglichen Weg auf. Mit Schnelltests könnten Kunden zumindest an ein oder zwei Tagen in der Woche in die Geschäfte gelassen werden. Bis diese Schnelltests (und ausreichend gute) flächendeckend verfügbar seien, werde es bis Ende März dauern. 

„Nicht das Testen testen“

Busch nahm das zur Kenntnis, warnte aber auch: „Wir müssen aufpassen, dass wir in Deutschland jetzt nicht das Testen testen…“ Die allgemeine Stimmung sei: Die Menschen wollten wieder gestalten und nicht mehr weggeschlossen werden. Sobald ausreichend Tests verfügbar seien, würden die Menschen damit auch „verantwortungsvoll umgehen“, so Busch. Lauterbach hatte davor gewarnt, die ersten verfügbaren Tests eher allgemein zu verteilen, sondern wollte sie lieber mit einer konkreten Teststrategie an wichtigen Orten freigeben. Eine Öffnung ohne klare Teststrategie würde aus Lauterbachs Sicht zwingend eine Welle mit der britischen Mutation B.1.1.7 verstärken. Dann müsste Deutschland wieder zurück in einen echten Shutdown. „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“

Dass es nach wie vor Streit um Wirkstoffe gibt und die Ständige Impfkommission nicht schnell genug arbeite, war die Kritik, die Plasberg äußerte und die auch Busch teilte. „Wir können uns die Ruhe nicht leisten“, kritisierte er. „Aus den Worten der Impfkommission spricht alles, nur keine Strategie. Das macht mich fast fassungslos.“ In eine ähnlich Richtung war Busch schon Mitte Februar gegangen, als er im Interview mit dem Portal „K5 TV“ eine gewisse Führungslosigkeit und damit fehlende Strategie in Deutschland beklagt hatte.

Am Mittwoch tagen Regierung und Ministerpräsidenten. Mutmaßlich wird der Lockdown noch einmal bis Ende März verlängert – zumindest sind das die Aussagen, die derzeit schon öffentlich diskutiert werden. Allerdings zeichnen sich gewisse Lockerungen insofern ab, dass in Regionen mit niedrigen Zahlen Öffnungen unter Auflagen möglich werden.

Just zu diesem Thema hatten sich gerade die Oberbürgermeister mehrere Städte, darunter Münster, Rostock oder Tübingen zu Wort gemeldet und gefordert, den Kommunen mehr Verantwortung für lokale Lockerungen zu übertragen. Mit Schnelltests und neuen Apps zur Kontaktverfolgung könnten Gastronomie und Handel teilweise sicher öffnen, so heißt es in der Erklärung der Stadtchefs.

 

Kommentare

1 Kommentar zu "Thalia-Chef Michael Busch erneuert Argumente bei »Plasberg«"

  1. Rolf

    Verzeihung, aber mich macht das Gerede von Herrn Busch auch fassungslos. Stellen Sie doch Ihren Mitarbeitern kostenlos FFP2 Masken, kümmern Sie sich doch um Luftfilter in Ihren Geschäften, die auch Vieren filtern, lassen Sie doch zumindest Ihre Mitarbeiter täglich kostenlos testen. Aus meiner Sicht ist das nur medienwirksames Gerede.

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