Wie steht es um die Digitalisierung der Weiterbildung?

Foto: www123rf.comprofile_goodluz_kl

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Die Personalentwicklung ist einer der Bereiche gerade im Mittelstand, die gegen eine Digitalisierung am resistentesten sind. Aber besonders in der Weiterbildung wächst das Angebot: E-Learning verspricht nicht zuletzt Kostenvorteile. Auf der anderen Seite gibt es gute Gründe, an „analogen“ Präsenzformaten festzuhalten.

Claudia Blum, Marketing-Managerin beim Weiterbildungs-Anbieter Management Circle, kennt die Situation des Mittelstandes und zeigt im HR-Channel von buchreport.de, welche digitalen Bildungsformate in den Unternehmen am häufigsten angewendet werden und wie sie sich am besten mit klassischen Formaten zum „Blended Learning“ verschmelzen lassen.

Augmented Reality, virtuelle Meetings und Fortbildungen ohne physische Präsenz wie etwa Webinare: Die Digitalisierung hat längst Einzug in unsere Arbeitswelt gehalten. Vernetzung und ständige Verfügbarkeit sind für Konzerne tägliches Business. Dies betrifft insbesondere auch die Personalentwicklung, die das Weiterbildungsangebot an die Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassen muss. Unternehmen setzen in der betrieblichen Weiterbildung auf Mischformen. Aber wie genau nutzen Unternehmen diese digitalen Angebote und welche Vorteile ziehen sie daraus?

In einer Studie der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Deutschland) und der IMD Business School (Schweiz) wurden Verbreitung und Entwicklung digitaler Lerntechnologien untersucht. Diese Studie hat ergeben, dass viele Unternehmen den klassischen Seminarraum erhalten und verbreitet Mischformen hinsichtlich der Lernstrategien im Bereich der betrieblichen Weiterbildung genutzt werden.

Dies liegt vor allem daran, dass man insbesondere den Austausch der Mitarbeiter fördern möchte. Im Präsenzseminar kann man Erfahrungen besser besprechen, und es ist leichter möglich, sich mit den anderen Teilnehmern zu unterhalten. Darauf möchten Teilnehmer und auch Lehrende nicht verzichten. Dennoch werden digitale Formate angeboten. Das Resultat ist mehr Vielfalt im Angebot für die Mitarbeiter.

Welche digitalen Lernformate werden genutzt?

  • Videos, deren Vorteil darin besteht, dass die einmal aufgenommenen Inhalte wiederholt abgerufen werden können.
  • E-Learning-Kurse, darunter könnten Sie Tests, Videos, Erläuterungen als Podcast oder Folien bündeln und variieren.
  • Online Trainings, beispielsweise mit einem professionellen Trainer, der live auf die Fragen eingehen kann.
  • Virtuelle Klassenräume, bei denen auch die Teilnehmer sich austauschen können.
  • Webinare, die auch externe Dienstleister für Sie umsetzen könnten
  • Online-Prüfungen, durch welche Sie viel Zeit und Reisekosten sparen.
  • Open-Education-Formate, an denen viele Teilnehmer selbst mitwirken können.

Welche Vorteile ergeben sich daraus?

Einer der Hauptgründe für die Nutzung dieser Medien ist gemäß der Studie die Reichweite, die digitales Lernen ermöglicht. Große Konzerne können im Rahmen digitaler Formate Mitarbeiter in allen Bereichen der Welt ohne großen organisatorischen Aufwand erreichen. Das spart außerdem Reisezeit und Reisekosten. Informationen müssen nur einmal aufbereitet werden und können den Lernenden wiederholt und inhaltlich gleichbleibend angeboten werden.

Webinare für die Buch- und Medienbranche

Der buchreport-Verlag Harenberg Kommunikation hat mit pubiz.de ein Wissens- und E-Learning-Portal eingerichtet. Auf pubiz.de finden Fach- und Führungskräfte aus der Buch- und Medienbranche passgenau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Live-Webi­nare, Video-Kurse, Praxisbeiträge, Interviews und Anleitungen. 
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Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Einführung digitalen Lernens?

Gerade kleinere Unternehmen scheuen den ersten Schritt: Eine passende Infrastruktur für digitale Formate zu schaffen. Wenn nur eine geringe Zahl von Mitarbeitern zu schulen ist, ist es oft nicht wirtschaftlich, einen solchen Schritt zu gehen. Aber gerade dann ist der Nutzen durch den Austausch mit anderen Lernenden vielleicht besonders hilfreich.

Je nach Leistungsstand und technischem Verständnis müssen Mitarbeiter an verschiedenen Punkten des Lernwegs abgeholt werden, das erfordert eine flexible Strategie mit adaptiven Bausteinen und Lerninhalten. Neben der Schwierigkeit in der Einführung dieser neuen Lernformate steht in der Umfrage von KPMG auch die Herausforderung der Messung des Lernerfolgs im Fokus. Unternehmen können nicht wirklich prüfen, inwieweit das Gelernte im Alltag genutzt wird, und gaben an, dass oft die Kurse nicht zu Ende geführt werden.

Ob diese hohe Zahl an Abbrüchen in mangelnder Relevanz der Lerninhalte oder in mangelnder Motivation der Teilnehmer begründet ist, ist nicht ganz klar. Nichtsdestotrotz weist diese Schwierigkeit darauf hin, wie wichtig eine unternehmensindividuelle Lernstrategie für jedes Unternehmen ist, das auf umfassende Methoden zurückgreift. Je nach Beruf, nach persönlicher Vorliebe der Mitarbeiter und nach Wissensstand eignen sich unterschiedliche Lernformate besser und sind nützlicher als andere. Das sollten HR-Fachleute bei der Digitalisierung ihrer Personalentwicklung beachten.

Mit freundlicher Genehmigung der Management Circle AG.

Veranstaltungshinweis: Konferenz Corporate Learning Forum am 6. und 7. Mai 2019 in München.

Claudia Blum ist Diplom-Kauffrau und Marketing Managerin bei Management Circle AG. Sie schreibt zu Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen.

Personalkonzepte für die Zukunft

Mehr zum Thema Personalmanagement und -führung lesen Sie im HR-Channel von buchreport und Channel-Partner Bommersheim Consulting. Hier mehr

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