Hagener Machtspiele

Was steckt hinter der Ankündigung von Henning Kreke, dass seine Familie mit Finanzinvestoren den Anteil an Douglas aufstocken möchte? Soll der Einzelhandelskonzern, zu dem auch Thalia gehört, zerschlagen werden? Nach den jüngsten Meldungen droht einer der Großaktionäre abzuspringen, was die Krekes dazu verleitet habe, um die eigene Machtbasis zu kämpfen.
Nach einer Meldung der „Wirtschaftswoche“ plant Großaktionär Oetker, seine Anteile von rund 26% an Douglas deutlich zu reduzieren oder ganz abzugeben. Dies würde die Vormachtstellung der Familie Kreke (Henning Kreke als Vorstandsvorsitzender, Jörn Kreke als Aufsichtsratschef) gefährden, die den Konzerne lenken, obwohl sie nur über rund 12% der Anteile verfügen – weil Oetker die Konstellation dulde.
Ohne Oetker an Bord könnte allerdings der schwäbische Drogeriepatriarch Erwin Müller (hält aktuell rund 10% der Aktien) zulegen und schließlich die Kontrolle im operativen Geschäft und bei den Aufsehern übernehmen, so die Befürchtung im Hause Kreke laut „Wiwo“.
Am vergangenen Freitag hatte Douglas per Adhoc-Mitteilung bestätigt, Gespräche mit Finanzinvestoren über eine Übernahme zu führen (buchreport.de berichtete). Bisher lägen aber weder verbindliche Angebote vor, noch seien Struktur und Finanzierung einer etwaigen Transaktion geklärt. Die Meldung löste ein Kursfeuerwerk aus – was die Lust des Drogerie-Unternehmers Müller verdorben haben dürfte, sein Portfolio aktuell zu erweitern.
Nach Einschätzung der „Wiwo“ will Kreke eben mit jenen Investoren wie Apax oder BC Partners das gesamte Oetker-Paket kaufen. Dann wäre allerdings möglicherweise auch ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre notwendig.

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