Fruchtbare Liaison von Kreativität und Zeitansage

Kalenderverlage arbeiten mit Künstlern verschiedener Genres zusammen. In der Regel werden vorliegende Arbeiten für das Kalenderformat adaptiert.

Athesia-Geschäftsführerin Paulette Lamber setzt auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Künstlern: „Ein Verlag ohne Künstler, Autoren, Fotografen und/oder Lizenzen ist wie eine Hülle ohne Inhalt. Entsprechend ist die Künstler-Gewinnung und Betreuung unser oberstes Ziel und Gebot. Wir wollen nicht nur Künstler verlegen, sondern mit ihnen gemeinsam Produkte entwickeln, hinter denen sie dann auch stehen können und streben dabei immer langfristige Kooperationen an, die auf gegenseitiger Befruchtung basieren.“ (Foto: Athesia)

Unter den vielfältigen Inhalten, die im Kalenderformat erscheinen, stechen die Veröffentlichungen lebender Künstler besonders hervor, neben starken Lizenzen tragen sie zur Profilierung der Programme bei. Die Breite der Ausdrucksformen reicht von Illustration über Fotografie bis hin zum Cartoon. Das Bildmaterial wird abhängig von Zielgruppe, Bildsprache und Nutzungsszenarien angepasst:

  • Kleinere Formate mit praktischem Wert: Die Cartoons von Peter Gaymann, die zur Freude von Heye-Redakteurin Maja Busch eine breite Zielgruppe erreichen, erscheinen in Form zweier Planer und eines Premium-Postkartenkalenders. Eine ganze Produktwelt hat teNeues um das Artwork des Künstlerinnenduos Pabuku geschaffen: Neben zwei Broschürenkalendern, einem Familienplaner und zwei Buchkalendern wird es in der nachhaltigen GreenLine-Reihe auch Papeterie mit Motiven geben.
  • Großformat für Connaisseure: Um etwa die minimalistischen Fotografien eines Tom Hegen zur Geltung zu bringen „und auch den faszinierenden Details gerecht zu werden“, braucht es laut Weingarten-Redakteurin Tanja Konrad ein „eindrucksvolles Großformat“.

In den meisten Fällen wird vorhandenes Bildmaterial exklusiv für das jeweilige Kalenderformat adaptiert. DuMont greift bei den aktuellen Kalendern von Kat Menschik – 2021 wird es neben einem Posterkalender einen Küchenkalender („Essen essen“) sowie ein Notizbuch („Löwenzahn“) geben – auf Illustrationen zurück, die bereits in verschiedenen Büchern des Galiani Verlags abgedruckt wurden. Das konkrete Prozedere sieht dabei laut Senior Editor Claudia Nölling-Schweers wie folgt aus:

  • Konzept und Auswahl: Der Verlag entwickelt auf Basis des Materials ein Konzept für den Kalender, erarbeitet eine „inhaltlich und optisch überzeugende Zusammenstellung von 12 Bildern“ und wählt das optimale Format aus.
  • Umsetzung: Die Kalenderidee wird mit dem Verlag und der Künstlerin besprochen. Das Layout wird in enger Abstimmung mit der Künstlerin diskutiert und verfeinert, um schließlich zu entscheiden, „ob daraus für alle ein ästhetisch und bildqualitativ überzeugender Kalender werden kann“.

Die Vorlagen stammen allerdings nicht nur aus Büchern: Die farbenfrohen Bilder des argentinischen Illustrators Pablo Lobato sind zuerst in verschiedenen Magazinen erschienen, die Motive des Künstlerinnen-Duos Pabuku wurden ursprünglich für Grußkarten kreiert. Eine Ausnahme bildet Gabi Kohwagner die ihre Collagen eigens für das Kalenderformat fertigt.

buchreport.spezial Kalender

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen im buchreport.spezial Kalender 2021.

Die Künstler sind auf verschiedenen Wegen ins Programm gekommen: Zu Peter Gaymann hat Heye über das „Forum Humor und Komische Kunst“ gefunden, dessen Arbeit der Verlag fördert. Gabi Kohwagner ist von teNeues zu Heye gewechselt. Auf Pabuku wurde die teNeues-Redaktion durch eine englische Vertriebskollegin aufmerksam gemacht. Pablo Lobato ist laut Ackermann-Verlagsleiterin Nicole Roussey ein klassisches „Netzfundstück”. Tom Hegen hat sich in den Augen von Weingarten durch sein preisgekröntes Buch „Habitat“ (Kerber, 2018) sowie Ausstellungen hervorgetan.

Auf den Folgeseiten kommen die Kreativen selbst zu Wort:

Nicole Stöcker stoecker@buchreport.de

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