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Filialist sendet SOS-Signale

Die frühere Bertelsmann-Tochter Chapitre ist offenbar in größter Not. 9 von 54 Filialen werden geschlossen, drei weitere Standorte stehen zur Disposition. Doch das könnte erst der Anfang sein. Firmenchef Jörg Hagen sucht weiter händeringend nach einem Käufer des Filialisten.
In einem Brief an die Mitarbeiter schreibt Hagen, dass die Situation des Unternehmens kritisch sei. Eine rasche Sanierung sei vonnöten, um nicht das ganze Unternehmen zu gefährden. Die Details zum Umbau sollen am Freitag präsentiert werden, fest steht, dass ein Sozialplan ausgearbeitet wird. Betroffen von den Schließungen sind nach Medienberichten 219 Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten bei Chapitre 1200 Menschen.
Die Krisensignale bei Chapitre sind nicht neu. Im Februar hatte Hagen erklärt, dass ein Buy-out der früheren Bertelsmann-Clubs gescheitert sei. Die geplatzte Übernahme eines Teils der Filialen durch Mitarbeiter wurde damit begründet, dass die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern „blockiert“ seien. Man habe alleine für Gutachten rund 390.000 Euro bezahlt, dies habe die Modernisierung der Filialen beeinträchtigt, welche jetzt aber überfällig sei.
Mehrheitseigentümer Najafi hatte das französische Geschäft der Bertelsmann Direct Group Mitte 2011 übernommen, darunter Chapitre.com (stationärer Buchhandel und Online-Shop, Nummer zwei nach der Fnac), der Medienclub France Loisirs und der Buch-Logistikdienstleister Loglibris (49%-Beteiligung).

Nach Angaben der Gewerkschaft nimmt Najafi aber kein Geld in die Hand, um die Unternehmen weiterzuentwickeln – was auch Hagens Sanierungskurs belasten dürfte.

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