buchreport

Mit Amazon das Buchhandelserlebnis ausbauen

Ein Politikum in der Branche: Waterstones bietet die Kindle-Geräte von Amazon an.
In den vergangenen Monaten wurde die Charmeoffensive, mit der Amazon international versucht, Buchhändler mit ins Kindle-Boot zu holen, in der Branche eher belächelt. Doch mit dem italienischen Filialisten Giunti bandelt der zweite große Buchhandelsakteur mit dem E-Commerce-Riesen aus den USA an.
Die italienische Buchkette, die rund 170 Filialen zwischen 100 und 1000 qm betreibt, will bis zum Ende des Sommers flächendeckend in den Vertrieb von Kindle-Hardware und E-Books einsteigen:
  • Die Guinti-Kunden erhalten bis Jahresende beim Kauf eines Kindle-Lesegeräts fünf kostenlose E-Books.
  • Mit Hilfe von Amazon will Guinti einen Onlineshop eröffnen, der neben den Büchern auch (physische) Medien-Artikel und Spielwaren umfassen soll – im E-Commerce ist Giunti bislang fast noch blank. Die Auslieferung der Bestellungen erfolgt über die Amazon-Logistik.
  • Beim Online-Kauf erhält der Kunde „Guinti-Punkte“, die als Gutscheine in den Filialen eingelöst werden können.
Amazon und Guinto hätten gemeinsame Werte, erklärte Jorrit Van der Meulen, Vice President in Amazons Kindle-Sparte: eine Obsession für den Kunden und eine Passion fürs Lesen. 
Giunti-CEO Martino Montanarini bejubelt in einer Pressemitteilung,  dass die Giunti-Amazon-Allianz ein „Meilenstein“ sei, um das „Buchhandelserlebnis“ weiterzuentwickeln und Werbung fürs Lesen in Italien zu machen. „Das Kindle-Ökosystem wird von Kunden auf der ganzen Welt geschätzt, und dank dieser Vereinbarung können wir die größte Auswahl an Büchern, digitaler Innovation und E-Books  unseren Kunden zugänglich machen.“
Mit Guinti hat Amazon den zweiten großen Filialisten-Fisch an der Angel. 2012 startete Waterstones eine Kooperation mit dem Onliner („Pakt mit dem Teufel“). Im vergangenen Jahr zog Geschäftsführer James Daunt eine positive Bilanz: „Es gibt etliche Filialen, in denen die Kindle-Produkte zu erheblich mehr Kunden­frequenz geführt haben. Vor allem die Tablets bringen Geld in die Kasse. Der wichtigste und für mich erfreulichste Erfahrungswert ist jedoch der, dass die meisten E-Kunden auch Printprodukte kaufen.“
Außerdem hat Amazon ein Programm zur Kooperation mit dem unabhängigen Buchhandel initiiert („Amazon Source“, hier die Infos).

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