Das Thema Preis bleibt heiß

Das mit der Umbenennung in ebook.de von Libri forcierte Endkundengeschäft hat viele Buchhändler erzürnt. Am Montag trafen sich die Spitzen von Libri und Sortimenter-Ausschuss (SoA) zu einem klärenden Gespräch. Der wesentliche Streitpunkt ist damit nicht vom Tisch:
  • Umgang mit Kundendaten: Den Vorwurf des fragwürdigen Umgangs mit Kundendaten zogen die Sortimenter zurück. So ist es in einer Gesprächsnotiz des SoA nachzulesen, die buchreport.de vorliegt. Um Gegenzug versicherte die Libri-Geschäftsführung nach Angaben des SoA, Einzelfälle aufzuklären und bei der Datenmigration von Libri.de auf Libri höchste Sorgfalt walten zu lassen. Die Bestimmungen des Datenschutzes habe Libri immer geachtet und werde sie weiterhin wahren.
  • Werbung mit Gutscheinen: Libri bietet mit Newsletter-Aktionen Gutscheine an, die im Online-Shop eingelöst werden können, die aber auch – im Sinne des Preisbindungsgesetzes – bar ausgezahlt werden können. Libri willigte laut SoA ein, keine Gutscheinaktionen mit Barauszahlung mehr anbieten – wenngleich Gutscheinaktionen zu nicht preisgebundenen Produkten weiterhin denkbar seien. 
  • Vorinstallierte Shops auf E-Readern: Zudem forderten die Händler, dass Libri es dem Sortiment ermöglichen soll, auf allen eigens vertriebenen E-Readern den Shop der Buchhandlung vorzuinstallieren. Libri-Geschäftsführer Moritz Hagenmüller stellte in Aussicht, dass – neben dem vorinstallierten Button zu ebook.de – auch der ausgewählte Buchhandels-Shop dauerhaft angezeigt werden wird. Über ein Software-Update soll der Link zum Buchhändler auch auf bereits verkauften Readern installiert werden.
  • Preiskampf bei E-Readern: Strittiger Punkt bleibt der Preiskampf mit E-Readern. Die Sortimenter fordern Libri unverändert auf, „den Preiskampf bei Readern einzustellen und Reader auf ebook.de nicht länger günstiger anbieten, als der Buchhandel sie für seine Kunden über Libri anbieten kann“. Hintergrund: Libri bietet den Sony-Reader PRS-T2 auf ebook.de für 99 Euro an – und damit deutlich günstiger als die unverbindliche Preisempfehlung von 139 Euro. Aufgrund der Preisreduktion auf ebook.de hat Libri auch die Einkaufspreise für Buchhändler herabgesetzt: Jetzt entspricht der Einkaufspreis dem Verkaufspreis – Händler können also mit dem Preis von ebook.de mithalten, machen dann aber keinen Gewinn.

Die Vorgeschichte:

Kommentare

Kommentar hinterlassen zu "Das Thema Preis bleibt heiß"

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Mit dem Abschicken des Kommentars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten elektronisch gespeichert werden. Diese Einverständniserklärung können Sie jederzeit gegenüber der Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutz-Richtlinien

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Dossier

buchreport.spezial

Aktuelles aus dem Handel

  • Eckhard Südmersen: »Wir müssen kaufmännisch handeln«  …mehr
  • IG unabhängige Verlage kritisiert Auslistungen bei Libri  …mehr

  • SPIEGEL-Bestseller im Blick

    Der SPIEGEL-Bestseller-Newsletter gibt Ihnen jede Woche kostenlos einen Überblick zu den Aufsteigern der neuen SPIEGEL-Bestsellerlisten.

    » Melden Sie sich hier kostenlos an.

    Wollen Sie sich darüber hinaus schon vorab und detailliert über die Toptitel von morgen informieren, um frühzeitig disponieren zu können?

    » Bestellen Sie das SPIEGEL Bestseller-Barometer ab 8 Euro pro Monat.

    Wenn Sie die SPIEGEL-Bestesellerlisten z.B. in Ihren Geschäftsräumen präsentieren wollen oder online in Ihren Web-Auftritt integrieren möchten, hat buchreport weitere Angebote für Sie.

    » Weitere Angebote zu den SPIEGEL-Bestsellerlisten