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Nun offiziell: Toniebox-Hersteller Boxine geht an die Börse

Boxine, das Unternehmen hinter dem Kinder-Hörsystem Toniebox, geht einen großen Schritt. Voraussichtlich zum vierten Quartal 2021 schließt sich Boxine mit der luxemburgischen Kapital-Gesellschaft 468 zusammen.

Mit dem Akquisitionszweckunternehmen soll dann ein Börsengang realisiert werden, dafür wurde eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC) installiert, unter deren Dach dann der Börsengang erfolgt. So lautet die Vereinbarung, die am Montag getroffen wurde. Im Rahmen der Transaktion wird Boxine  mit einem proforma Unternehmenswert von 870 Mio Euro und mit einem proforma Eigenkapitalwert von 990 Mio Euro bewertet, heißt es in einer Mitteilung der beiden Unternehmen.

Nach starkem Wachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 50% (CAGR) seit 2018 hat der Umsatz von Boxine im Geschäftsjahr 2020 137 Mio Euro erreicht. Im ersten Halbjahr 2021 sei ein Wachstum von 35% erzielt worden und für das Gesamtjahr 2021 wird ein Umsatz von rund 170 Mio Euro (+24%) erwartet. In den darauffolgenden Jahren werde ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als 40% angepeilt. Das Unternehmen strebt mittelfristig bereinigte EBITDA-Margen von etwa 16% an.

Expansion nach Frankreich soll jetzt beginnen

Der Zusammenschluss mit 468 soll es Boxine wemöglichen, seine globalen Expansionspläne voranzutreiben. Das Audio-Angebots für Kinder, bestehend aus dem Toniebox-Audioplayer und Figuren („Tonies“), die mit der Wiedergabe von Audioinhalten beginnen, sobald sie auf die Toniebox gestellt werden, war zunächst ab Ende 2016  in den deutschprachigen Märkten eingeführt worden. Es ist mittlerweile auch in den englischsprachigen Märkten Großbritannien, Irland und seit 2020 auch in den USA eingeführt. Der Start in Frankreich soll jetzt im September 2021 erfolgen.

Zu den weiteren Plänen heißt es in der aktuellen Mitteilung wörtlich:„Der Erlös aus der Transaktion unterstützt nicht nur die Internationalisierungspläne von Boxine, sondern auch den weiteren Ausbau des eigenen Angebots, das auf dem Erfolg von ,Tonies Originals‘ wie beispielsweise Cosmo the Dog aufbaut. Zudem wird es dem Unternehmen ermöglicht, neue Produktbereiche zu erschließen und Chancen im Merchandising zu nutzen. Nach der Gründung des Innovationszentrums Tonielab im Januar 2021 bereitet sich Boxine darauf vor, in den kommenden Monaten und Jahren eine Vielzahl neuer und spannender Produkte auf den Markt zu bringen.

Die jetzt angekündigte Transaktion soll dem künftigen Unternehmen voraussichtlich einen Bruttoerlös von 400 Mio Euro einbringen. Zusätzlich zu den 300 Mio Euro, die sich auf dem Treuhandkonto von 468 SPAC befinden, wurden sog. PIPE-Investitionen in Höhe von 100 Mio Euro zu 10,00 Euro je Aktie durch BIT Capital, Baillie Gifford sowie weiteren führenden institutionellen Investoren getätigt. PIPE-Transaktionen sind Transaktionen von Aktien, die nicht über die Börse gehandelt werden, sondern die einem beschränkten Kreis von Investoren angeboten werden.

Im Juni hatten beide Unternehmen einen „Letter of Intent“ für den Zusammenschluss formuliert, der nun umgesetzt wurde. Im Zuge der Transaktion wird aus der Boxine GmbH die Boxine SE und von Marcus Stahl und Patric Faßbender, den Mitbegründern und Co-CEOs von Boxine, geführt. Beide werden Anteilseigner im Kombinierten Unternehmen bleiben.

Gehen die Tonies an die Börse?

Stahl: „Wir freuen uns sehr, den perfekten Partner gefunden zu haben, der unsere Wachstumsambitionen und unsere Vision von sicheren, bildschirmfreien und kontrollierten Lern- und Unterhaltungserlebnissen für Kinder unterstützt. Nach dem Zusammenschluss mit 468 SPAC können wir neue Märkte noch schneller als bisher erschließen sowie unser Angebot an Audioinhalten weiter ausbauen.“

Nach dem Start im Vereinigten Königreich und in Irland kam Boxine im Jahr 2020 in den USA auf den Markt, wo das Unternehmen einen noch schnelleren Markteintritt als in der DACH-Region erreichte und in den ersten drei Monaten über 30.000 Tonieboxen verkaufte.

468 SPAC I SE ist eine an der Frankfurter Wertpapierbörse notierte Special Purpose Acquisition Company (SPAC), die zu dem Zweck gegründet wurde, ein nicht börsennotiertes europäisches Zielunternehmen durch eine Fusion oder eine ähnliche Transaktion zu erwerben. 468 SPAC wird von Alexander Kudlich, Ludwig Ensthaler und Florian Leibert, den Gründern von 468 Capital, gesponsert und profitiert von etablierten und engen Beziehungen zu vielen der führenden europäischen Technologieunternehmen.

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