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Deutscher Buchpreis und dzb lesen fördern Teilhabe

Die Shortlist des Deutschen Buchpreises sowie zahlreiche Titel der Longlist sind in diesem Jahr für alle Menschen, ob mit oder ohne Beeinträchtigung, digital lesbar. Das ermöglicht eine Kooperation des Deutschen Buchpreises mit dem Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen). Das dzb lesen prüfte alle nominierten Titel des Preisjahres 2022 auf Barrierefreiheit und stellte den Verlagen individuelle Prüfberichte mit Empfehlungen zur Optimierung zur Verfügung. Dies ermöglichte den Verlagen eine fundierte Überarbeitung hin zu barrierefreien EPUB3-E-Books. Eine Liste aller barrierefrei erhältlichen Titel des Deutschen Buchpreises 2022 findet sich unter https://www.medibus.info/.

„Die deutsche Buchbranche möchte Literatur für alle Leser*innen erlebbar machen. Indem wir die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung stärker in den Fokus nehmen, machen wir einen wichtigen Schritt zu mehr Gleichberechtigung. Der Deutsche Buchpreis geht mit gutem Beispiel voran. Ein besonderer Dank geht an dzb lesen für die Prüfung und Unterstützung im Umstellungsprozess. Aber auch den Verlagen möchte ich meinen Dank für deren Engagement aussprechen“, sagt Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

„Besonders spürbar beim Blick auf die nominierten E-Books war, dass von den Verlagen bereits viel Zeit und Engagement für die Herstellung und Optimierung der Barrierefreiheit eingesetzt wurde. Sie fingen nicht bei Null an und das ist eine gute Nachricht. Ich bin überzeugt, dass wir mit der gemeinsamen Arbeit und dem direkten Austausch mit den Verantwortlichen in den Verlagen viel Positives zur Sichtbarkeit alltäglicher Barrieren und am Ende auch zur Behebung dieser beitragen konnten“, sagt Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor dzb lesen.

Der Börsenverein unterstützt die Buchbranche mit vielfältigen Maßnahmen bei der Umstellung auf inklusives Publizieren. Die Taskforce Barrierefreiheit hat drei Leitfäden zu barrierefreien E-Books, Webshops und PDF-Dokumenten entwickelt und bündelt alle Informationen und Materialien zum Thema. Ab 28. Juni 2025 muss die Buchbranche Menschen mit Behinderungen einen barrierefreien Zugang zu ihren Produkten und Dienstleistungen wie E-Books, E-Reader oder Webshops bieten. Das gibt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) vor. Mehr Infos für Branchenunternehmen unter https://www.boersenverein.de/beratung-service/barrierefreiheit/ und unter www.dzblesen.de/ueber-uns/fachthemen-kooperationen-projekte/inklusives-publizieren.

Reading in the Dark am 20. Oktober mit Longlist-Roman „Aufruhr der Meerestiere“

Die Autorin Marie Gamillscheg und die blinde Leserin Sabine Lohner lesen aus Gamillschegs für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman „Aufruhr der Meerestiere“. Das von Fondazione LIA entwickelte Reading in the Dark® ist ein erfahrungsorientiertes Veranstaltungsformat im Dunkeln, das sehenden Menschen bewusst machen soll, welche Möglichkeiten sich blinden und sehbehinderten Menschen durch digitale Publikationsformen eröffnen. Mehr Infos zur Veranstaltung hier.

Zeit: 20. Oktober 2022, 19.30 Uhr

Ort: Orangerie im Günthersburgpark, Frankfurt am Main

Eintritt frei.

Über den Deutschen Buchpreis

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ aus. Der Deutsche Buchpreis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der oder die Preisträger*in erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autor*innen der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober um 18 Uhr im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird über die Seite des Deutschen Buchpreises https://www.deutscher-buchpreis.de/ live übertragen. Erst am Abend selbst erfahren die sechs Autor*innen der Shortlist, wer von ihnen den Deutschen Buchpreis erhält. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weiterer Partner sind die Stadt Frankfurt am Main und die Frankfurter Buchmesse. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

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