Ein Drittel der Führungspositionen in Verlagen besetzen Frauen

Frauen am Regiepult: In jüngster Zeit haben u.a. Anuschka Albertz (Ravensburger Buchverlag), Claudia Baumhöver (dtv), Martina Bruder (Wolters Kluwer), Bärbel Dorweiler (Thienemann-Esslinger), Barbara Laugwitz (Rowohlt) und Felicitas von Lovenberg (Piper) die Führung bekannter Verlage übernommen (Fotos: Anja Köhler; Anita Back; Wolters Kluwer; Thienemann-Esslinger Verlag; Thorsten Wulff; Daniel Biskup)

Die Buchbranche ist mehrheitlich weiblich geprägt – allerdings nicht in den Führungspositionen: Die Chefetagen der Verlagshäuser sind weiterhin überwiegend männlich besetzt. Das ergibt eine Auswertung des aktuellen Rankings „Die 100 größten Verlage“, das im buchreport.magazin 4/2016 veröffentlicht wurde (hier geht es zum E-Paper, hier zur Einzelheftbestellung).

In den 100 Verlagsporträts werden knapp 500 Geschäftsführer und Beschäftigte in leitenden Positionen genannt:

  • Frauen stellen insgesamt 33% der Führungskräfte.
  • Auf der Geschäftsführerebene sind 20% der Posten von Frauen besetzt.
  • Auf der zweiten Führungsebene, in leitenden Positionen, liegt der Frauenanteil bei 46%.

Damit setzt sich der leichte Aufwärtstrend der Vorjahre beim Frauenanteil in Buchverlagen fort, vor allem auf der zweiten Führungsebene, wo das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen ist (s. Tabelle unten). Wobei sich der Anteil der paritätisch besetzten Führungsriegen bei den 100 größten Verlagen gegenüber dem Vorjahr auf rund ein Sechstel halbiert hat. Und nur bei einem halben Dutzend Verlagen liegt die Führung allein in weiblicher Hand.

Der Frauenanteil in den Leitungspositionen variiert insgesamt je nach Programmausrichtung:

  • In den Kinder- und Jugendbuch-Verlagen ist die Geschlechterverteilung in den Chefetagen nahezu ausgeglichen.
  • Bei den Publikumsverlagen sind immerhin 41% der Leitenden Frauen.
  • Bei den Fachverlagen liegt die Frauenführungsquote weiterhin bei nur rund 19%.
»Frauen sind gut fürs Geschäft«

Der auf Medienunternehmen fokussierte Unternehmensberater Aljoscha Walser (Narses, Bad Vilbel) hat die Entwicklung der größten Verlage und die Zusammensetzung der Geschäftsführungen für die Jahre 2012 bis 2015 ausgewertet und seine Erkenntnisse beim Publishers’ Forum sowie im buchreport.spezial „Management & Produktion“ (hier geht es zum E-Paper, hier zur Einzelheftbestellung) vorgestellt; Tenor: „Frauen sind gut fürs Geschäft.“ Hier geht es zu Walsers Beitrag.

Zum Hintergrund außerdem: Nadja Radojevic vom Erich Pommer Institut hat im Interview für den HR-Channel von buchreport.de die Ursachen und Gegenmaßnahmen erklärt (hier).

 

  Frauen in Führungspositionen größerer Verlage 2005 bis 2017
  Frauenquote 2005 2010 2016 2017
  A Geschäftsführung 12% 14% 18% 20%
  B Leitende 35% 40% 42% 46%
  Gesamt (A und B) 26% 29% 32% 33%
  Basis sind die buchreport-Erhebungen „Die 100 größten Verlage 2005, 2010, 2016 und 2017, jeweils erschienen im buchreport.magazin. Weil die Verlage ihre Leitungspositionen unterschiedlich ausführlich aufgeschlüsselt haben, beschreiben die Zahlen nur eine Tendenz.

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