Amazon plant bis zu 400 Buchhandlungen

Schon nach der Eröffnung des Piloten in Seattle im November 2015 war die Rede davon, dass Amazon nicht nur am Heimatort eine Buchhandlung, sondern perspektivisch eine ganze Buchkette eröffnen möchte. In den USA verdichten sich jetzt die Hinweise.

Das „Wall Street Journal“ zitiert den Manager eines Einkaufscenter-Betreibers, der im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Investoren von den Plänen des Online-Giganten berichtete: „Amazon eröffnet stationäre Buchhandlungen, und das Ziel ist, wie ich gehört habe, 300 bis 400 davon zu eröffnen“. Woher der Manager diese Angaben hat, sei unklar, so das Blatt, möglicherweise habe er direkt mit dem zuständigen Immobilien-Manager von Amazon gesprochen. Weder Amazon noch der Center-Betreiber wollten dies gegenüber dem „WSJ“ kommentieren.
Sollte Amazon den Plan realisieren, wäre der Onliner die zweitgrößte US-Buchkette, nach Barnes & Noble (rund 640 Geschäfte) und noch vor Books-A-Million (255).

Dass die erste Buchhandlung von Amazon in Seattle nicht die einzige bleiben soll, das hatte der E-Commerce-Riese schon kurz nach der Eröffnung angekündigt. Außerhalb der USA könnte Berlin auf der Agenda stehen, zumindest laut amazon.de-Chef Ralf Kleber, der im Dezember 2015 dem „Tagesspiegel“ sagte: „Berlin wäre ein Top-Kandidat für einen Laden.“ In keiner anderen deutschen Stadt habe Amazon in so vielen Bereichen investiert und noch so viel vor. „Natürlich haben die Kunden in Berlin schon eine riesige Auswahl an Geschäften – und auch deshalb eine besonders hohe Erwartung.“
Wie funktioniert die erste Amazon-Buchhandlung in den USA? Lesen Sie dazu den Artikel im buchreport.magazin 12/2015 (hier zu bestellen).

Kommentare

1 Kommentar zu "Amazon plant bis zu 400 Buchhandlungen"

  1. Manfred Keiper | 3. Februar 2016 um 10:09 | Antworten

    Das sieht trotzdem nach Schmalspurbuchhandel á la Weltbild aus, und ein massives stationäres Engagement von Amazon in Deutschland würde wohl auch das Aus von Weltbild bedeuten (oder die Übernahme). Aber warum dann nicht gleich Thalia? Die hätten dann auch endlich einen Käufer, und dürften dann auch Marktführer bleiben. Problem ist nur, dass Amazon sich möglichst keine Altlasten auflädt. Allerdings sind sie damals in Deutschland auch mit der Übernahme des ABC Bücherdienstes eingestiegen. Die Kaufhäuser schränken oder stellen schon ihre Buchabteilungen ein, das Feld wird also vorbereitet. Bleibt nur zu hoffen, dass der unabhängige Buchhandel sein wiedergewonnenes Selbstbewusstsein beibehält und die Profilierung vorantreibt, dann könnte der neue Wandel duchaus spannend werden, denn: Wir haben nichts zu verlieren außer unseren Ketten!

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