Ab unter den Schutzschirm

Wie von buchreport.express exklusiv vermeldet, hat die Geschäftsführung der aus der DBH herausgelösten  Weltbildplus-Filialen beim Amtsgericht Augsburg ein Planinsolvenzverfahren beantragt. Ziel: Weltbild will aus den Mietverträgen der Läden raus, um so die Chance auf den Einstieg eines Investors zu erhöhen.
Wie Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz inzwischen bestätigt hat, wurde beim Amtsgericht ein Schutzschirmverfahren beantragt. Zum vorläufigen Sachwalter von Weltbildplus wurde sein Kanzlei-Kollege Christian Plail (Schneider, Geiwitz & Partner) ernannt. Der Vertriebsgeschäftsführer von Weltbildplus, Hans-Jürgen Junker, habe die Mitarbeiter der Filialen am Freitag-Vormittag über die Änderungen informiert. 
„Unsere Mitarbeiter werden ihr Geld pünktlich zum Monatswechsel auf dem Konto haben. Für unsere Kunden ändert sich nichts durch die neue Gesellschafterstruktur. Der Verkauf in den Filialen geht ganz normal weiter“, versichert Junker. Auch in Schutzschirmverfahren erhielten die Mitarbeiter ihren Gehaltsanspruch für drei Monate über das Insolvenzgeld ausbezahlt.
Anders als beim herkömmlichen Insolvenzverfahren bleibt die Schuldnerin weiterhin berechtigt, die Insolvenzmasse zu verwalten und über sie zu verfügen – unter Aufsicht des Sachwalters  (dieses Procedere hatten sich die Mitarbeitervertreter von Weltbild auch für den Augsburger Mutterkonzern gewünscht). Die Weltbild-Filialen werden also in Eigenverwaltung saniert, das Management bleibt weitgehend verantwortlich.
Das Auslandsgeschäft von Weltbild bleibt beim Schutzschirmverfahren außen vor, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kommentare

5 Kommentare zu "Ab unter den Schutzschirm"

  1. Hör auf zu jammern

    • Genau, warum sollte man auch jammern? Ist doch alles Super. Gerade für die Weltbildplusmitarbeiter, die sich bald reihenweise beim Arbeitsamt anstellen dürfen.

      Selten so einen schwachsinnigen Kommentar wie Käufer gelesen.

  2. Angefressener Bücherwurm | 21. Februar 2014 um 16:32 | Antworten

    In der Information an die Filialmitarbeiter in den Weltbild/Jokers Filialen
    verteilt die Geschäftsführung mal wieder Beruhigungspillen, dergestalt, dass
    sich für die Mitarbeiter nichts ändert, das Schutzschirmverfahren im Gegenteil
    eine tolle Chance wäre und der Verkauf in den Filialen ganz normal
    weitergeht.

    Die Tatsachen sehen aber leider, zumindest aus meiner Sicht,
    ein wenig anders aus.

    Die Braut namens Weltbild soll hübsch gemacht
    werden und den möglichen Investoren, die sich für den Kauf dieses ganzen
    überholten Ozeanriesen interessieren, schmackhaft gemacht werden.

    Das
    wird jetzt durch das Schutzschirmverfahren möglich. Es gibt etliche
    Filialstandorte, die seit Jahren bereits rote Zahlen schreiben, aber die
    Geschäftsführung kommt aus den Mietverträgen nicht raus. Viele Filialen in den
    Centern oder auch Jokers in Leipzig. Doch jetzt kommt man aus den Mietverträgen
    raus, wohl den Filialen, die bereits jetzt über einen Betriebsrat
    verfügen.

    Außerdem gibt es in den Weltbild Filialen noch viele
    altgediente „Schlachtrösser“, meistens die Filialleiter. Seit 15 Jahren
    teilweise im Unternehmen. Die sechs Monate Kündigungsfrist schrumpfen jetzt auf
    3 Monate zusammen.

    Hmmm, und Abfindungen bei den jetzt anstehenden
    Filialschließungen? Denn das diese kommen werden ist so sicher wie das Amen in
    der Kirche. Viel an Abfindungen wird wohl nicht bei rumkommen.

    Dass nun
    auch die „Weltbildplus Medienvertriebs GmbH & Co. KG“ in die Insolvenz folgt
    (ja, ich weiß, es ist eine sogenannte Planinsolvenz/Schutzschirmverfahren,
    trotzdem bleibt es eine Insolvenz), verwundert und überrascht mich nicht.

    Das Verfahren wird bei Weltbildplus schnell und geräuschlos über die
    Bühne gehen. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, doch ich gehe davon
    aus, dass es von der Belegschaft keinerlei öffentliche Proteste oder überhaupt
    irgendeine Art von Gegenwehr geben wird.
    Sehr schlecht gewerkschaftlich
    organisiert, viele Duckmäuser und unpolitisch denkende Menschen.

    Naja,
    wie ich schon oftmals geschrieben habe. Wenn man sich die Arbeitsplätze in den
    Weltbild/Jokers Filialen unter gesellschaftspolitischen Aspekten betrachtet,
    wäre es nicht besonders schade, wenn die meisten von ihnen verschwinden
    würden.
    Es handelt sich zumeist um prekäre Beschäftigungen. Minijobs,
    Teilzeitjobs, befristet und schlecht bezahlt.
    Dieses Geschäftsmodell von
    Weltbildplus finanzieren wir alle mit unseren Steuern.

    • Ich hoffe, unter dem Schutzschirm ist genug Platz für die Mitarbeiter und nicht nur fürs Management, es kann ja nicht sein, dass die Arbeitnehmer aufgrund des Missmanagements geopfert werden müssen… Die Mietverträge sind das eine, die andere Seite ist die verfehlte Sortimenstpolitik, die ja weiterhin in den bestehenden Filialen betrieben wird… Man kann nur hoffen, dass die Arbeitnehmer anständig in die „Rettung“ einbezogen werden, damit nicht der Bock zum Gärtner gemacht wird und nach einem schmerzhaften Kahlschlag alles so fehlerhaft bleibt wie bisher…

      • Was träumst du nachts?
        Durch den Schutzschirm bleiben die höhreren Leute ja im Amt, das ist nicht unbedingt die schlaueste Idee, weil JA, verfehlte Politik und nicht-hören-auf-die-Filialen.
        Aber daß sich das ändert, glaub ich in keinster Weise.

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