Arbeitskampf wird ausgeweitet

Unter der schönen Überschrift „Amazon will bald bundesweit streiken“ berichtet die „Bild“, was auch andere Medien bestätigen: Die Gewerkschaft Verdi will den Druck auf den Online-Riesen erhöhen und weitere Versandzentren in den Arbeitskampf miteinbeziehen. 
Die Gewerkschaft will die Mitarbeiter an den verschiedenen Standorten besser vernetzen und die jeweiligen Strategien untereinander abstimmen. „Wünschenswert sind natürlich alle Standorte. Aber wir müssen Schritt für Schritt vorgehen. Wir wollen beweisen, dass wir uns steigern können“, erklärt Mechthild Middeke von Verdi Hessen. Mitte Dezember wurde – nach den Standorten in Bad Hersfeld und Leipzig – erstmals auch im Zentrallager in Graben bei Augsburg gestreikt.
Die Führungsspitze bei Amazon gibt sich weiterhin gelassen: „Selbst wenn neue Standorte hinzukommen sollten, sind wir auf weitere Streiks gut vorbereitet“, so ein Unternehmenssprecher. 
Die Mitarbeiter fordern eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels. Bei Amazon bezeichnet man dies „Augenwischerei“: „In unseren Logistikzentren machen wir Logistik – wir beraten dort ja keine Kunden, sondern packen Pakete“, wies Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber zuletzt Mitte Dezember die Forderungen zurück.

Amazon-Mitarbeiter mobilisieren sich gegen Verdi

Unterdessen formiert sich innerhalb der Belegschaft Widerstand gegen die Äußerungen der Gewerkschaft. Mit einer Unterschriftenaktion distanzieren sich rund 1000 Amazon-Mitarbeiter von den Verdi-Forderungen. „Amazon ist ein ganz normaler Arbeitgeber, mit Stärken und Schwächen“, heißt es in einem Brief der Mitarbeiter, den auch Amazon veröffentlicht hat. Das negative öffentliche Bild des Online-Riesen verfolge die Mitarbeiter bis ins Privatleben. „Wir möchten nicht weiter tatenlos zusehen, wie unser Ansehen und damit unsere Existenz in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt werden.“

Die Gewerkschaft reagiert reserviert. Es komme vor, dass nicht immer alle Beschäftigten einverstanden seien mit Verdis Vorgehen, erklärte Sprecher Jan Jurczyk der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er nannte es bedenklich, dass einige Mitarbeiter offenbar gar nicht mehr auf die Idee kämen, dass eine dauerhafte Beschäftigung oberhalb eines doch eher geringen Verdienstes zu erreichen sei.

Kommentare

2 Kommentare zu "Arbeitskampf wird ausgeweitet"

  1. Berthold Budde | 8. Januar 2014 um 12:27 | Antworten

    Ver.di schafft Arbeitsplätze. Im Ausland.

  2. Aus ZEIT Online vom 6. Januar 2014

    Zitat: „Hilferuf oder Gegenkampagne? Mehr als 1.000 Mitarbeiter distanzieren sich in einem Aufruf vom ver.di-Streik für bessere Bezahlung. Die Gewerkschaft reagiert reserviert.

    In der Belegschaft des Internetversandhändlers Amazon formiert sich Protest gegen die Gewerkschaft ver.di. 1.081 Mitarbeiter distanzierten sich mit einer Unterschriftenaktion von den derzeitigen Zielen, Argumenten und Äußerungen von ver.di, berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung.“

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