Filetieren zum Sanieren

Die einen sehen es als Ausverkauf, der andere als Stärkung bei der Sanierung: Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen verkauft drei Viertel der Anteile an Karstadt sports und den drei Edel-Warenhäusern Oberpollinger (München), Alsterhaus (Hamburg) und KadeWe (Berlin, Foto @ Karstadt). Eines der „Karstadt Premium“-Häuser führt auch eine große Buchabteilung.

Hugendubel ist mit einer 800 qm großem Buchabteilung im Kadewe vertreten. Die Fläche wurde zuletzt 2009 grundlegend umgebaut. 
Nach Angaben von SPIEGEL ONLINE übernimmt der österreichische Investor René Benko die Filetstücke der Karstadt-Holding. Berggruen habe erklärt, dass er den Verkaufserlös von 300 Mio Euro in die verbleibenden Filialen investieren wolle, um diese wieder auf Vordermann zu bringen. In einem Brief an die Mitarbeiter schreibe Berggruen: „Es fließt kein Kaufpreis an meine Holding oder gar mich persönlich.“ Er verkaufe, weil ihm die 300 Mio Euro den Freiraum verschafften, den Karstadt brauche. „Das ist mein Beitrag zur Gesundung von Karstadt. Der zweite wesentliche Teil ist der Tarifweg, den das Management derzeit gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern beschreitet“.
Dem deutsch-amerikanischen Milliardär war in den vergangenen Monaten vorgeworfen worden, dass er bisher kein Geld in die kriselnde Warenhauskette gesteckt und außerdem in den vergangenen Jahren rund 3000 Arbeitsplätze abgebaut habe. Im Mai habe Karstadt erklärt, eine „Tarifpause“ einlegen zu wollen, weil das Unternehmen ansonsten die anstehenden Tariferhöhungen nicht zahlen könne. 
Zuletzt hatte es Anfang Juni Turbulenzen bei der kriselnden Warenhauskette gegeben. Der Vorstandsvorsitzende Andrew Jennings will sich zum Jahresende verabschieden, sickerte seinerzeit durch, angeblich wegen Differenzen zwischen Jennings und Berggruen über die Strategie zur Rettung der Warenhauskette. Ein Nachfolger wurde bisher nicht präsentiert. Schon damals wurde über eine weitere Zerschlagung des Kaufhaus-Konzerns spekuliert.

Kommentare

1 Kommentar zu "Filetieren zum Sanieren"

  1. Nach allem Auf und Ab bei Karstadt hat der Eigner Berggruen nun mit diesem Verkauf von dreiviertel seiner Anteile und diesen drei Warenhäusern in Berlin, Hamburg und München einen großen überraschenden Schritt unternommen, um Karstadt an sich zu retten. Was der Investor Benko aus Österreich damit an eigener Gestaltungskraft einbringt, ist nach vorne offen. Dem Karstadt Eigner Berggruen nun Vorwürfe zu machen, ist jetzt nicht gerade so angebracht, wenn man bedenkt, wie schwierig die wirtschaftliche Lage insgesamt gesehen ist. Man kann jetzt für das Unternehmen hoffen, dass sich die Entwicklung in naher Zukunft etwas konsolidieren wird.
    Was für Pläne Hugendubel mit seiner großen Buchabteilung im KadeWe in Berlin anstreben wird, muss sich in den nächsten Monaten zeigen. In erster Linie, und dies ist sich auch Berggruen bewusst, geht es um den Erhalt von Karstadt. Und da sollten trotz mancher Zerreissproben nun alle Beteiligten zu vernünftigen Wegen und Entscheidungen für Karstadt gelangen. Nur in einem Miteinander ist dies möglich.

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