Verlage setzen auf die falsche Zielgruppe

Viele Verlage ruhen sich im Konkurrenzkampf mit Selfpublishern auf ihrer Marke aus, die für verlässliche Qualität stehen soll. Ein fataler Fehler, meint Steffen Meier, Verlagsleiter Online bei Eugen Ulmer: Denn anders als der Händler nehme der Endkunde den Verlagsnamen kaum wahr. Jetzt müssten Verlage umdenken. 
Im digitalen Bücher-Dschungel brauche der Leser dringend Orientierung, schreibt Meier in seinem lesenswerten Beitrag in der Fachzeitung iBusiness: „Da trifft es sich eigentlich vortrefflich, dass Verlage starke Marken haben. Eigentlich. Denn dummerweise besitzen sie diese starken Marken heutzutage in der falschen Zielgruppe – dem schwindenden Buchhandel nämlich, statt in dem viel interessanteren Endkundenmarkt.“ 
Verlage müssten lernen, die Endkunden direkt anzusprechen – bisherige Social-Media-Aktivitäten wirkten aber leider „oft unbeholfen“. Der Autor dagegen verstehe es oft, eine Community um sich aufzubauen. Die Gefahr laut Meier: „Wenn die Autorenmarke deutlich stärker als die Verlagsmarke ist und die Produktionshoheit nicht mehr wie in den guten alten Zeiten beim papierproduzierenden Verlag liegt – was sollte den Autor im digitalen Bereich davon abhalten, selbst Hand an zu legen?“
Verlage sollten deshalb versuchen, eine verlässliche Schar von Endkunden um sich zu sammeln. Dies sei zwar mühsam und ressourcenintensiv. Aber die einzige Alternative, so Verlage nicht zum reinen Dienstleister werden wollen. 

Kommentare

3 Kommentare zu "Verlage setzen auf die falsche Zielgruppe"

  1. Paid Content mit einem Loch zur Registrierung. Das ist eben auch ein Verlags-Geschäftsmodell. Bei uns funktioniert das seit rund 20 Jahren (online seit 1994). Wer Einzelheiten möchte, kann mich gerne ansprechen 🙂

  2. Leider falsch. Der Artikel kann auf iBusiness nur mit dem kostenpflichtigen Premium-Account gelesen werden, nicht mit der kostenlosen Basis-Regsitrierung: „Dieser Artikel ist Premium-Content und kann nur von iBusiness-Premium-Mitgliedern abgerufen werden.“ Das kostet schlappe 290,- € pro Jahr.

    • Der Artikel konnte gestern (am Tag der Veröffentlichung) noch kostenlos gelesen werden. Wir haben den Hinweis jetzt rausgenommen.

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