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Jede Woche schließt eine Buchhandlung

Die neuen Rettungshilfen von Verlegern und Regierung in Frankreich lassen britische Sortimenter hellhörig werden. Auf der Insel müsse mehr getan werden, um die „erbarmungslose Expansion“ von Amazon zu bremsen, schimpft der Buchhändlerverband.
Der CEO der Bookseller Association Tim Godfray hat die Solidaritätsbekundungen der französischen Verleger (ein Interview dazu ist im buchreport.express 23/2013 zu lesen) genutzt, um die britische Regierung erneut auf die Krise der Branche hinzuweisen. Dem „Guardian“ erklärte Godfray, die Regierung müsse mehr tun, um die Marktmacht von Amazon einzudämmen. Sonst drohe weiteren Buchhändlern, Verlagen und Agenten das Aus. Aktuell streiche durchschnittlich eine Buchhandlung pro Woche die Segel.
In Frankreich hatte Kulturministerin Aurélie Filipetti in dieser Woche Amazon attackiert. Das Unternehmen zerstöre die nationalen Buchläden. Sie erwäge bereits ein Verbot des kostenlosen Versands und eine Neuordnung der erlaubten Buchrabatte (5%), die Amazon bei allen Büchern standardgemäß ausschöpfe.
Der „Bookseller“ zitiert den britischen Buchhändler Keith Smith, der eine Petition mit 175.000 Unterschriften eingereicht habe, um für einen fairen Wettbewerb zu sorgen: „Die High Street, die fundamental für unseren Alltag und unsere Kultur ist, wird nicht überleben, sollte der total unfaire Wettbewerb nicht gestoppt werden.“ Und, mit Blick auf den Steuer-Trickser Amazon: „Ich könnte auch meine Preise senken, wenn ich keine Steuern zahlen müsste.“

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