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Online
Dienstag, 19. Februar 2013 (06:51 Uhr)


Amazon kündigt Logistik-Subunternehmen

„Mitarbeiter mit Respekt und Würde behandeln“

Fast eine Woche ist es her, dass im Ersten eine Dokumentation über den Einsatz von Zeitarbeitern bei Amazon ausgestrahlt wurde. Die Welle der Empörung bei den Kunden bleibt riesig (bei den Twitter-Trends liegt „Amazon“ aktuell auf Platz 8, die Amazon-Facebook-Seite ist gespickt mit kritischen Kommentaren). Und Amazon reagiert: Nachdem am Montag zunächst dem Sicherheitsdienst gekündigt wurde (hier mehr), trennt sich das Münchner Unternehmen jetzt auch von dem Logistik-Unternehmen, das laut Amazon Unterbringung, Transport und Einsatz der umstrittenen Sicherheitskräfte bei den Zeitarbeitskräften koordiniert habe.

Amazon nehme die Vorwürfe bezüglich der Situation im Seepark Ost (in der Ferienanlage, in der die Leiharbeiter untergebracht werden) während der Weihnachtszeit sehr ernst, heißt es in einer Pressemitteilung. Amazon sei verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten der Logistikzentren „jederzeit sicher sind und mit Respekt und Würde behandelt werden“. Es ist Amazon „eindeutig nicht gelungen“, die Einhaltung der eigenen hohen Standards auch durch den Dienstleister zu gewährleisten, weshalb man die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen beende.

Leiharbeitsfirma Trenkwalder steht unter Druck

Unter Druck steht aktuell auch die in der Doku kritisierte Leiharbeits-Firma Trenkwalder (Slogan: „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“), die aus Niederösterreich stammt und  nach eigenen Angaben zwischen 1999 und 2005 mehrfach zu den schnellstwachsenden Unternehmen Europas zählte. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) droht dem Unternehmen, wie berichtet, mit Lizenzentzug. Von der Leyens Bundesagentur für Arbeit hat bislang eng mit Trenkwalder zusammengearbeitet. 2007 wurde sogar eine Kooperationsvereinbarung mit Trenkwalder und anderen Zeitarbeitsfirmen unterzeichnet, um „einheitliche Qualitätsstandards für eine reibungslose und enge Zusammenarbeit der regionalen Agenturen für Arbeit mit den Zeitarbeitsunternehmen“ zu schaffen. Kurz darauf eröffnete Trenkwalder als erster Personaldienstleister eine Filiale in einer Agentur für Arbeit (in Ludwigshafen).

Am Montag hatte Amazon dem vom Hessischen Rundfunk kritisierten Sicherheitsdienst Hensel European Security Services (H.E.S.S.) gekündigt und auf die eigene „Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung“ verwiesen; die  Sicherheitsfirma wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück.

Die in der ARD gezeigte Reportage (unten zu sehen) hatte gezeigt, dass HESS-Mitarbeiter in Kleidung von „Thor Steinar“ (beliebte Marke von Rechtsextremen) Leiharbeiter schikanieren.



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