Kulturbranche mit am härtesten von Corona getroffen

Ein Jahr ohne Veranstaltungen hinterlässt Spuren in einer Branche, die von diesen geprägt ist. Wie tief diese sind, verdeutlicht jetzt eine Studie von Ernst & Young (EY).

Die europäische Vereinigung GESAC, die 32 europäische Autorenverbände repräsentiert, hat die von EY erarbeitete Studie „Rebuilding Europe: The cultural and creative economy before and after the COVID-19 crisis“ in Auftrag gegeben. Sie liefert interessante Befunde und Veränderungen zur Kultur- und Kreativindustrie, der auch die Buchbranche angehört. Die zentralen Befunde hat auch die „Süddeutsche Zeitung“ zusammengefasst:

  • Mehr als 7,6 Mio Menschen – darunter 48% Frauen – arbeiten in Europa als Architekten, Autoren, Musiker, Journalisten, Schauspieler, Maler, Sänger und Werber.
  • Sie erwirtschaften einen Gesamtumsatz, der mit 253 Mrd Euro im Jahr 2019 deutlich größer war als der Umsatz der Automobilindustrie (107 Mrd Euro) oder der Telekommunikation (187 Mrd). Vergleiche mit einer ähnlichen Erhebung aus dem Jahr 2014 ergaben dynamische Wachstumsraten von um die 2% – bis zum vergangenen Frühjahr.
  • Für das zurückliegende Jahr rechnet man mit einem Einbruch von 31,2%, nur die Flugindustrie ist mit 31,4% stärker getroffen. (Tourismus: 27%, Automobilindustrie 25%, laut Nachrichtenagentur AFP). In den Bühnenkünsten schrumpfte der Umsatz sogar um 90%.
  • Insgesamt gingen 199 Mrd Euro verloren, derzeit seien mehr als 2 Mio Jobs gefährdet.
  • Anders als viele annehmen, ist der Bereich nicht durchsubventioniert: Nur 10,8% beträgt der Anteil öffentlicher Finanzierung durch nationale und lokale Regierungen, Tendenz – vor der Pandemie – fallend.
  • Ein Drittel der Beschäftigten sind Freelancer und Kleinunternehmer.

Als Lösungsansätze für die Zeit nach Corona benennen die Stakeholder der Branche in der Studie: finanzielle Unterstützung, rechtliche Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und den Wunsch Potenziale aus der Kreativwirtschaft für eine Veränderung der Gesellschaft zu nutzen.

Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.

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