Wenn der Buchhändler mehr sagt als tausend Bewertungssternchen

Es klingt nicht nach Pflicht, sondern nach Liebe. „Buchhandlungen sind für mich wie Pralinenläden – ein Ort der Verführung“, kommt Ulrike Sosnitza ins Schwärmen, wenn sie vom Sortiment erzählt. Der persönliche Draht zum Kunden, die individuelle und ernst gemeinte Empfehlung sowie der Wohlfühlfaktor samt Kaffee zum Buch – all das schätzen die Autoren besonders, die bei der Woche unabhängiger Buchhandlungen (WuB) selbst in die Rolle des Händlers geschlüpft sind.

buchreport hat bei ihnen nachgefragt, was sie an den Indie-Buchhandlungen schätzen und wie sie deren Zukunft sehen. Teil 8 der „Erlebnisraum Buchhandel“-Serie mit Mariana Leky, die bei der  Buchbox in der Grünberger Straße (Berlin-Friedrichshain) zu Gast war und kompetente Buchhändler mit Hellsehern vergleicht.

Mariana Leky (Foto: Buchbox)

Mariana Leky

studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Die Autorin, deren Bücher bei DuMont erscheinen, lebt in Berlin und Köln.

Mariana Lekys jüngstes Buch „Was man von hier aus sehen kann“ (ebenfalls bei DuMont erschienen) wurde in diesem Jahr von den WuB-Buchhandlungen zum „Lieblingsbuch der Unabhängigen“ gekürt. Auch beim Lesepublikum kommt der Roman an: Der Titel ist seit 17 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste Hardcover Belletristik vertreten (hier geht es zur Bestseller-Historie).

Worin liegt der Charme des unabhängigen Buchhandels?

Der Charme (bzw. die Unersetzlichkeit) des unabhängigen Buchhandels besteht darin, dass die Empfehlung meines Buchhändlers mir mehr sagt als tausend Bewertungssternchen. Er ist gewissermaßen Hellseher, er weiß genau, welches Buch mir nicht fehlen darf, und präsentiert mir Entdeckungen, auf die ich alleine nie gekommen wäre.

Wie groß sind Ihre Sorgen um seinen Fortbestand?

Wenn man an einem Samstagmittag in einer kleinen Buchhandlung steht und es so rappelvoll ist, dass man immer wieder gegen andere Kunden oder Büchertische stößt, werden die Sorgen kurzfristig geringer.

Was ist zu tun – außerhalb einer solchen Aktionswoche?

Unverzagt und immer wieder Buchhandlungen anpreisen.

Erlebnisraum Buchhandel 

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