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Was leistet KI beim Werbetexten?

Verlage, deren Bücher und andere Produkte in Online-Shops gut gerankt sein sollen oder über Suchmaschinen gefunden werden wollen, benötigen gute Produkttexte und Metadaten. Ihre Pflege ist aber zeitintensiv. Künstliche Intelligenzen, die mittlerweile ordentliche Texte verfassen können, versprechen Unterstützung.

Im Channel Produktion und Prozesse von buchreport.de zeigt Henrik Roth vom Hamburger Marketing-Dienstleister Neuro-Flash, wo das Potenzial der Technologie fürs Marketing und die Medienproduktion liegen könnte. Teil der Lösung: die Open Source-Maschine GPT-3.

Seit einigen Jahren gibt es den großen Hype um künstliche Intelligenz (KI). Jetzt sind wir schon so weit gekommen, dass Texte von „denkfähigen“ Maschinen geschrieben werden. Doch schon immer haben Technologien Autoren unterstützt. Vom Meißeln in Stein, Kritzeln auf Papyrus, Schreiben mit Tinte und Papier bis hin zum Buchdruck, Internet und zur künstlichen Intelligenz. Doch wie gut sind KI-verfasste Texte und wie kann die Marketingbranche von dieser Technologie profitieren?

Die Zauberei hinter der intelligenten Maschine

Künstliche Intelligenz ist die Entwicklung von virtuellen „Maschinen“, die das menschliche Denken imitieren können, um schließlich automatisch Aufgaben wie Problemlösung und Entscheidungsfindung übernehmen zu können. Ein gutes Beispiel für KI ist GPT-3, ein intelligentes Sprachverarbeitungsmodell, das 2020 von OpenAI auf den Markt gebracht wurde und auf dem viele Copywriting-Tools basieren.

Auch GPT-3 nutzt maschinelles Lernen und Deep Learning, um zu trainieren und zu lernen. Maschinelles Lernen basiert auf dem Konzept, dass die Maschine ohne menschliche Anweisungen Aufgaben ausführen kann. Es analysiert Daten, erkennt ein Muster, lernt daraus und wendet es dann auf neue Daten an, so wie wir damals Theorien in der Schule gelernt und sie dann auf neue Aufgaben angewendet haben. Beim Deep Learning geht es um das neuronale Netzwerk der Maschine – sozusagen das Gehirn.

Das „Gehirn“ von GPT-3 basiert auf 175 Millionen virtuellen Synapsen und ist somit der größte Computerlinguistik-Transformator, der dem menschlichen Gehirn am nächsten von allen KI-Technologien kommt. Zum Vergleich: Das menschliche Gehirn besitzt 125 Billionen Synapsen.

Künstliche Intelligenz im Marketing

Die Nutzung der künstlichen Intelligenz im Marketing-Bereich ist noch nicht allgemein verbreitet. Einige Firmen werden gerade erst darauf aufmerksam, was es mit KI auf sich hat und wie sie dem Marketing zugutekommen kann, während andere bereits in der Test- oder Implementierungsphase sind.

Jedoch sieht man an Statistiken, dass die Zahlen der Unternehmen, die KI nutzen, immer mehr steigen. Das Business Analytics-Haus Gartner fand heraus, dass die Anzahl der Firmen, die KI implementierten, zwischen 2015 und 2019 um 37% gestiegen ist. Der Grund dafür: Es wird immer bekannter, dass durch sie höhere Profite erzielt werden können. Viele Experten prognostizieren, dass die KI-Technologie und der Markt um sie herum in den nächsten Jahren in die Höhe katapultiert wird und viele Firmen ohne sie stecken bleiben.

Der Channel Produktion & Prozesse

Weitere Lösungen, Impulse und Erfahrungsberichte für die Verlagsproduktion lesen Sie im Channel Produktion & Prozesse von buchreport und Channel-Partner Publisher Consultants.
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Die Sonnenseite der menschenähnlichen Roboter

Viele Texter kennen das Problem von Schreibblockaden und finden es schwer, jeden Tag zu jeder Stunde kreativ zu sein. Hinzu kommt das Problem von Zeitdruck, denn oft müssen strikte Deadlines eingehalten werden.

Mit ihren vielen Eigenschaften und Fähigkeiten kann eine KI ein Segen für Copywriter und Werbetexter sein, denn sie hilft ihnen, in Blitzschnelle verschiedenen kreativen Content zu verfassen. Sie kreiert nicht nur, sondern sie ist sogar schon so weit, dass sie Erfolgsprognosen über den generierten Content liefern kann.

Außerdem sind die erstellten Texte schon hochwertig und können gegen weitere sehr gute Texte getestet werden. Daher kann das bisherige A/B-Testing mit weit auseinanderliegenden Alternativen reduziert werden, wodurch wiederum im Copywriting Zeit und Geld gespart werden kann.

Wer möchte, wird in Zukunft nie wieder ein weißes Blatt vor sich haben.

Die Zukunft KI-basierten Textens liegt allerdings nicht so sehr in der Generierung. Die Zukunft liegt in der Kuratierung. KI kann den Textern helfen, unter den Millionen von Wörtern, die sie nutzen können, eine Auswahl zu treffen und zu verstehen, welche von diesen am ehesten tatsächlich funktionieren werden.

Intelligente Maschinen vs. intelligenter Mensch

Natürlich stellen sich viele die Frage, ob die KI die Menschen ersetzen kann, wenn sie jetzt schon wie ein Mensch schreibt und dabei schneller ist. „Ein Roboter hat diesen ganzen Artikel geschrieben. Hast du Angst, Mensch?“ ist ein bekannter Artikel, der von einer KI geschrieben und von Guardian veröffentlicht wurde.

Auch der Fall von Liam Porr verursachte viel Aufsehen, denn er nutzte GPT-3, um einen kompletten Blog zu verfassen. Davon kam ein Blogartikel auf Platz 1 der Hacker News, ohne dass Leser mitbekamen, dass die Texte komplett mit einer KI geschrieben waren.

Diese Frage nach der Ersetzbarkeit des Menschen ist also berechtigt, und in der Tat gibt es viele Texter, die sich Sorgen um ihren Job machen und fürchten, eine Maschine könnte ihn übernehmen.

Die KI verfügt über sehr viele Fähigkeiten, die den menschlichen ähneln. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass sie weder menschliche Emotionen noch Lebenserfahrung oder menschliches Wissen besitzt. Sie kann Daten analysieren, Fakten herauslesen und einen sachlichen Text herstellen oder Fragen beantworten, aber Emotionen kreieren kann sie nicht. Auf dieser Ebene sind menschliche Copywriter und Werbetexter unersetzbar und die KI dient ihnen lediglich als Hilfe und Unterstützung. Wer möchte, wird in Zukunft nie wieder ein weißes Blatt vor sich haben. Copywriting kann in Zukunft als Teamarbeit zwischen der KI und den Werbetextern funktionieren. KI wird die leere Seite füllen und Marketers werden sie aufpolieren.

Das Ergebnis: effektivere Werbetexte, die Marken nachhaltig stärken.

Zukunftsaussichten

KI-Technologien entwickeln sich immer schneller und es wird von vielen Experten prognostiziert, dass die Nachfrage nach ihnen in den nächsten Jahren immens steigen wird. Schon während der Corona-Pandemie haben viele Firmen erkannt, dass KI wichtiger denn je ist, denn sie müssen mit guten Werbetexten eine Verbindung zum Kunden herstellen, da auf persönlichen Kontakt verzichtet werden muss.

Schon seit einiger Zeit sind wir im Zeitalter der KI angekommen, ohne dass dies wirklich ins allgemeine Bewusstsein vorgedrungen wäre. Fakt ist aber, dass sie Unternehmensbereiche revolutionieren wird, vor allem das Marketing. Die Frage nach dem Wann und Wie ist den Firmen überlassen, denn es kommt ganz darauf an, ob sie der KI zutrauen, menschliche Aufgaben zu übernehmen und bereit sind, sie am Unternehmensalltag teilnehmen zu lassen.

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