Sibylle Berg meldet sich mit einem düsteren Roman zurück

Sibylle Berg

Lust auf schlechte Laune? „Wenn Sie noch im Stimmungstief von Michel Houellebecqs ‚Serotonin‘ oder auch nur leicht angeschlagen vom diesjährigen Leipzig-Buchpreis-Roman ‚Schäfchen im Trockenen‘ von Anke Stelling sind, dann ist ‚GRM. Brainfuck‘ der Roman, der diese Lektüre wie wunderbare heile Welt aussehen lassen wird“, zitiert Kiepenheuer & Witsch den NDR auf der Verlagswebsite.

Diese Einschätzung teilen zahlreiche andere beeindruckte Rezensenten, deren Pressereflexe der Kölner Verlag zur Werbung für den neuen Roman von Sibylle Berg nutzt. Von MDR Kultur etwa lässt sich KiWi attestieren: „So düster hat Sibylle Berg noch nie geschrieben.“ Gegen „GRM. Brainfuck“ seien alle bisherigen Texte der 56-Jährigen „der reinste Kindergeburtstag“.

Düster ist der gesamte Near-Future-Entwurf, den Berg in ihrem neuen Roman entwirft. Es geht um abgehängte Jugendliche, um Perspektivlosigkeit, um die totale Überwachung. Und um die Hoffnung der Jugendlichen ins subkulturelle Phänomen „Grime“, kurz „GRM“. Thema und Tenor des Romans sowie die Verlags-PR scheinen bei den Lesern anzukommen: „GRM“ platziert sich als höchster Neueinsteiger der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Rang 9.

Damit gelingt Berg ihr bislang größter Bestsellererfolg: In der Vergangenheit haben es ihre Romane „Der Mann schläft“ (2009) und „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ (2015) lediglich auf die Plätze 36 und 22 geschafft. Sie waren, wie alle Bücher der vielfach ausgezeichneten Schriftstellerin aus den vergangenen zehn Jahren, bei Hanser erschienen.

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