Pieke Biermann empfiehlt Alice Hasters

Pieke Biermann (Foto: Isolde Ohlbaum)

Pieke Biermann hat den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung gewonnen für ihre Übertragung des Romans „Oreo“ von Fran Ross (dtv). Sie hat Alice Hasters’ „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ von 2019 noch einmal gelesen:

„Als mentales Antidot gegen Corona. Bei mir löst jeder mediale Overkill automatisch Argwohn aus: Was rutscht dabei klammheimlich aus dem Blick? Klima, Flucht, die Unheilige Dreieinigkeit von ‚sex, race and class‘, zum Beispiel. Hasters’ Buch erzählt davon, wie es ist, in Deutschland ‚schwarz‘ zu sein – in kristallklarer Prosa voller kluger Beobachtungen. Es ist autobiografisch und gleichzeitig ein sorgfältig recherchiertes Panorama, was ‚das Persönliche‘ und ‚das Politische‘ miteinander zu tun haben. Es war 2019 überfällig. Jetzt ist es obendrein idealer Denk-Stoff – gerade für ‚Weiße‘. Manchmal sei er, hat Wolfgang Neuss mal über eigene Krisenzeiten gesagt, abends nach Hause gekommen und habe sich nichts zu essen gemacht, sondern Gedanken. Zur Zeit kommen wir alle nicht nach Hause, um uns für Kino-Club-Konzert fein zu machen. Wir können uns also Gedanken machen – über eine soziale Vorschädigung, die uns ‚nach Corona‘ noch immer und erst recht schadet. Uns allen.“

Alice Hasters: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten”, 224 S., 17 €, Hanserblau, ISBN 978-3-446-26425-0

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