Büchersegler: Lesestoff in maritim-nordischer Atmosphäre

Der Österreichische Buchhandlungspreis ist ein Ritterschlag für Buchhändler. Seit 2017 wird er jährlich vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich (BKA) und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) an herausragende Buchhandlungen vergeben. In diesem Jahr ging der Preis unter anderem an den Büchersegler.


Buchhandlung Büchersegler

Der Büchersegler in Graz (Foto: Baumann)

Büchersegler

Inhaberin: Beatrice Baumann

Mariahilferplatz 5, 8020 Graz

https://www.buechersegler.at

Auszug aus der Jurybegründung: „Im Mai 2014 ist der Büchersegler auf dem Mariahilferplatz in Graz an Land gegangen – eine der schönsten und am besten sortierten Buchhandlungen des Landes auf einem der reizvollsten Plätze der steirischen Landeshauptstadt. Die Kapitänin Beatrice Baumann segelt seit 2010 über den weiten Ozean der Literatur und bietet in ihrem Reich eine Auswahl an Romanen, auch weit abseits der Bestsellerlisten. Ausgewähltes Illustriertes, außergewöhnliche Kinderbücher, und auch Lyrik gibt es hier in maritim-nordischer Atmosphäre zu entdecken. Die Auswahl des Sortiments zeigt deutlich die Präferenzen der Inhaberin: Lesenswertes, Schönes und Widerständiges wird im Rahmen kompetenter Beratung im Laden und über den Webshop an die LeserInnen gebracht. Eine Besonderheit ist die Offenheit für Kunstprojekte, die sich z.b. im „Literaphon“ der literarischen Telefonzelle, aber auch in der immer wieder ungewöhnlichen künstlerischen Schaufenstergestaltung und Warenpräsentation zeigt. Zahlreiche Büchertische und Veranstaltungen runden das Angebot des Bücherseglers ab.“


Was zeichnet Ihr Unternehmenskonzept aus und wo liegen die besonderen Stärken Ihrer Buchhandlung?

Wir haben uns beim Sortiment auf 2 Bereiche fokussiert: Belletristik und Kinderbuch. In diesen Bereichen sind wir sehr gut informiert, bilden uns ständig weiter, können Empfehlungen aussprechen und sehr gut beraten. Uns liegt es am Herzen Groß und Klein zu verbinden. Sowohl im Geschäft als auch bei Veranstaltungen. So wie bei „Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater“. Bei diesen CDs haben Groß und Klein Ihren Spaß, weil man verschiedene Ebenen ‚hört‘.

Wie groß ist die Aufmerksamkeit infolge der Auszeichnung und was versprechen Sie sich von dem Preis?

Wir sind von den Glückwünschen, die uns erreichen, immer noch überwältigt. Anerkennung ist etwas sehr Großes und über neue Kunden an Bord freuen wir uns natürlich! Dass mit dem Preis die Aufmerksamkeit auf die Leistungen und das Buchgeschäft vor Ort gelenkt wird, betrachten wir als sehr gelungene Kampagne des Hauptverbandes.

Was machen Sie mit dem Preisgeld?

Wir zitieren Christoph Kolumbus, der gesagt hat: „Du kannst den Ozean nicht überqueren, wenn du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.“ Wir haben noch viele Pläne. Zum einen haben wir mit dem Umzug an den heutigen Standort Mariahilferplatz größere Investitionen getätigt, die noch nicht ganz abgegolten sind. Andererseits möchten wir mit unseren wunderbaren Kunden feiern. Dafür werden wir in einen Seemannschor, Fischbrötchen und Schaumwein investieren.

Was ist die größte Herausforderung, vor der Sie als Buchhändler stehen?

Große Herausforderungen sehe ich in der konstanten Preisgestaltung der Bücher und der sich aber stets erhöhenden Kosten, die beim Vertrieb der Bücher anfallen. Kosten für Transport, Maut, Ladenmiete, Löhne, Verpackung, Entsorgung etc. Ich weiß nicht, wie lange der lokale Buchhändler diesen Spagat noch bewältigen kann.

 

Der Österreichische Buchhandlungspreis

Der Preis würdigt stationäre Buchhandlungen als „wichtige kulturellen Nahversorger“ und zeichnet ihre Leistungen für die Literatur, für die österreichischen Verlage und für das intellektuelle und literarische Leben“ aus, so Gernot Blümel, Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien. Zur Fachjury, die über die Preisträger entschieden hat, gehörten in diesem Jahr Zita Bereuter (Journalistin), Hans Jobst (Verlagsvertreter), Ursula Poznanski (Autorin), Regina Rumpold-Kunz (Verlag Jung und Jung) und Bernhard Spiessberger (Verlagsvertreter).

Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wurde 2017 in Analogie zum Deutschen Buchhandlungspreis erstmals ausgelobt. Er wird vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich (BKA) und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) jährlich vergeben. Die diesjährige Preisverleihung fand im April 2019 im Bundeskanzleramt in Wien statt.

Ausgezeichnet werden Buchhandlungen, die

  • ihren Sitz in Österreich haben
  • inhabergeführt und unabhängig sind
  • ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten
  • innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagieren

Die Preisträger 2019:

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