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Buchhandlung Brunner: kultureller Knotenpunkt

Der Österreichische Buchhandlungspreis wird seit 2017 jährlich vom österreichischen Bundeskanzleramt und dem Hauptverband des Buchhandels an „herausragende Buchhandlungen“ vergeben, darunter in diesem Jahr unter anderem die Buchhandlung Brunner in Höchst.


Verena Brunner (Foto: Buchhandlung Brunner)

Verena Brunner (Foto: Buchhandlung Brunner)

Buchhandlung Brunner

Inhaberin: Verena Brunner-Loss

Konsumstraße 36, A-6973 Höchst

www.brunnerbuch.at

Auszug aus der Jurybegründung: „Die zentral am Bregenzer Leutbühel gelegene Buchhandlung Brunner ist einer der wichtigsten geistigen Nahversorger Vorarlbergs. In einem liebevoll adaptierten Jahrhundertwende-Haus hat das Team um Verena Brunner-Loss einen lebendigen Treffpunkt geschaffen, in dem Tradition auf Moderne trifft. Die Buchhandlung, die u.a. das Prädikat „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ der Österreichischen Wirtschafskammer trägt, zeichnet sich durch persönliches Engagement aus und berät mit Geduld und Leidenschaft. Das Sortiment, das sie ihrer Kundschaft anbietet, ist außergewöhnlich umfangreich: Auf mehr als 400 Quadratmetern, die sich über drei Ebenen erstrecken, findet man neben aktuellen Bestsellern auch viele Backlist-Titel, sowie Bücher aus kleinen Verlagen abseits des Mainstream. Großer Wert wird dabei auf Regionalbezug gelegt. Durch eine Fülle an Veranstaltungen und Kooperationen hat sich die Buchhandlung Brunner in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Knotenpunkt des Vorarlberger Kulturlebens entwickelt, und ist nicht umsonst auch überregional als herausragende Buchhandlung bekannt.“


Was zeichnet Ihr Unternehmenskonzept aus und wo liegen die besonderen Stärken Ihrer Buchhandlung?

Wir sind in Vorarlberg der geistige Nahversorger mit kurzen Wegen für unsere KundInnen. Dieses Netzwerk ist ein großer Pluspunkt und vereinfacht einen engmaschigen Service.

Wir fokussieren voll auf das Thema „Lesen“. Dies ermöglicht es uns, literarische Kompetenzen zu pflegen und unsere Kunden umfassend und auf allen Kanälen zu beraten. Dank unserer Struktur können wir auch kleine Verlage bei uns präsentieren – und genau diese „Geheimtipps“ werden von uns erwartet. Und wir veranstalten spannende Buchpräsentationen, um Begegnungen zwischen Autoren und Lesern zu ermöglichen.

Wie groß ist die Aufmerksamkeit infolge der Auszeichnung und was versprechen Sie sich von dem Preis?

Für unsere KundInnen und uns war es eine tolle Neuigkeit, dass wir den Buchhandlungspreis bekommen. Es wurde auch in der Lokalzeitung und im lokalen Radio darüber berichtet. Für uns ist es wichtig, dass die Bedeutung des Lesens und der Wert der kulturellen Arbeit, die Buchhandlungen leisten, bewusst gemacht werden.

Was machen Sie mit dem Preisgeld?

Natürlich wird es ein Fest mit dem ganzen Team geben, da ohne unsere MitarbeiterInnen die Auszeichnung gar nicht möglich wäre! Außerdem werden wir uns eine schöne Fortbildung fürs gesamte Team gönnen und in die technische Weiterentwicklung investieren.

Was ist die größte Herausforderung, vor der Sie als Buchhändlerin stehen?

Zwei große Herausforderungen begleiten uns schon einige Zeit: Zum einen ist es der nach wie vor verzerrte Wettbewerb mit internationalen Anbietern, die kaum Steuern zahlen und prekäre Arbeitsverhältnisse anbieten – Hier liegt es an uns, uns weiterhin konkurrenzfähig zu halten und der Wettbewerbsverzerrung zu trotzen. Die zweite Herausforderung ist, engagierte Auszubildende zu finden. Wir wurden 2017 und 2020 zum Ausgezeichneten Lehrbetrieb gekürt, aber es wird von Jahr zu Jahr schwerer, Auszubildende für den Buchhandel zu finden.

Wie hat die Corona-Krise Ihr Geschäft verändert? Was machen Sie künftig anders?

Wir arbeiten bereits seit 2011 mit einem Webshop. Durch die Lockdowns haben wir aber unseren Webshop und den Versandhandel ausgebaut und erweitert. Wir sind auch auf den Geschmack von Livestreams bei Veranstaltungen gekommen, was wir in Zukunft beibehalten werden.

Gehen Sie womöglich sogar gestärkt daraus hervor?

Der Buchhandel ist ohnehin ein krisenerprobtes Pflaster und es mag vielleicht abgedroschen klingen: Aber wir sehen jede Krise und jede Herausforderung als Chance. Wichtig ist es, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben. Umso wertvoller ist daher auch der Österreichische Buchhandlungspreis für uns, da er uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Der Österreichische Buchhandlungspreis

Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis (5 x 10.000 Euro) wurde 2017 in Analogie zum Deutschen Buchhandlungspreis erstmals ausgelobt. Er wird vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich (BKA) und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) jährlich vergeben. 

Ausgezeichnet werden Buchhandlungen, die

  • ihren Sitz in Österreich haben
  • inhabergeführt und unabhängig sind
  • ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten
  • innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagieren

Die Preisträger 2021:

 

Das sind die besten Buchhandlungen Österreichs

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