Die Bühne ist bereitet

Flaniermeilen für Bücherfreunde: Die Leipziger Buchmesse ist nicht nur eine große Novitätenschau, mit der die Branche in den Bücherfrühling startet. Mit ihren zahlreichen Veranstaltungen ist sie auch eine publikumsumspülte Marketingplattform, die von den Verlagen medienwirksam bespielt wird. (Foto: buchreport)

Der Countdown läuft: In den Verlagen laufen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Auftritt auf der Leipziger Buchmesse (15. bis 18. März) warm. Wie ist die Stimmungslage nach dem Dämpfer, den die Branche mit der Negativbilanz für 2017 (Umsatz Gesamtbuchmarkt: –2%) hinnehmen musste?

Messedirektor Oliver Zille hat in seinen Gesprächen mit Verlegern „verhaltenen Optimismus“ gespürt. Zille: „Die Verlage starten zuversichtlich ins Jahr und sie nutzen die Buchmesse, um Sichtbarkeit für das Thema Buch zu erzeugen.“

 

Selfpublisher und kleinere Verlage sorgen für Wachstum

Die Leistungsschau in Leipzig liegt mit ihrem Profil als zugstarke Publikumsmesse zum Auftakt des Bücherfrühlings offenbar auf Kurs: Dafür sprechen die Eckdaten und Neuerungen, die Zille vor der Eröffnung des Branchentreffs nennt. Zentrale Daten zum Messestart:

  • Mehr Aussteller: Rund 2600 Unternehmen werden sich in diesem Jahr in den Messehallen präsentieren (Vorjahr: 2493). Für das Wachstum sorgen der Selfpublishing-Sektor und neue Aussteller aus der Riege der kleineren und unabhängigen Verlage, die Leipzig als Bühne für ihre Titel nutzen wollen.
  • Mehr Internationalität: Das Auslandsgeschäft hat nach Angaben der Messe deutlich zugelegt, in diesem Jahr haben Aussteller aus 46 Ländern einen Stand gemietet (Vorjahr: 43 Länder). Hinzugekommen sind vor allem Unternehmen aus Ländern vom Balkan, Armenien ist erstmals vertreten. Niederländer und Flamen haben nach ihrem Auftritt als Gastland der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr auch Präsentationen in Leipzig auf ihre Agenda gesetzt
  • Mehr Fläche: Im vergangenen Jahr belegte die Buchmesse etwas über 104.000 qm, jetzt werden 106.000 qm genutzt. Die Messe wächst, wird aber auch kleinteiliger.
  • Mehr Programm: Weiter aufgebohrt wird das ohnehin opulente Veranstaltungsprogramm unter dem Titel „Leipzig liest“. Angekündigt werden insgesamt 3600 Events mit 3400 Mitwirkenden an 550 Orten. Dabei wird nicht nur das Messegelände bespielt, auch in der Stadt Leipzig finden viele Lesungen und Verlagsevents statt.
  • Gastland Rumänien: Das Gastland rückt mit 50 Autoren an und setzt im Veranstaltungsprogramm starke Akzente. Zur Messe werden 40 neue Übersetzungen vorgestellt.

 

Auch die Buchvermarktung steht im Fokus

Mit dem eintägigen Ideenforum „Zukunft.Verlage“, an dem auch buchreport teilnimmt und die Rolle der Bestseller beleuchtet, will die Buchmesse am Messe-Donnerstag (15. März, Halle 5, E 600) Entwicklungslinien der Buchvermarktung aufzeigen. „Leser finden, Leser binden: Wie Verlage im Endkundengeschäft erfolgreich agieren können“ ist das Thema einer weiteren Fachveranstaltung, die bereits am Mittwoch, kurz vor dem Startschuss der Messe, im Congress Center Leipzig (Fachforum 3, 14 Uhr) stattfindet. Referenten sind die Branchenexperten Steffen Meier (Digital Publishing Report) und Mike Röttgen (Knk).

Akzente setzen will die Buchmesse auch als Plattform für den Bildungssektor. „In einem digitalen Klassenzimmer werden erstmals digitale Bildungskonzepte vorgestellt“, kündigt Zille an. Im Schulterschluss mit der Bildungsmesse Didacta führt die Buchmesse eine Veranstaltungsreihe zum Thema frühkindliche Bildung durch. Hinzu kommt der „Deutsche Lehrertag“, zu dem auch in diesem Jahr wieder viele Pädagoginnen und Pädagogen auf dem Messegelände erwartet werden.

Die Buchmesse profiliert sich überdies erneut als Ort für den politischen Diskurs. Mit der Bundeszentrale für politische Bildung wurde das neue Forum „Politik und Medienbildung“ kreiert. „Dabei geht es uns im Wesentlichen darum, mit Jugendlichen politische Fragen auf Augenhöhe zu diskutieren“, betont Zille.

Innenstadt im Wandel

Wohin steuert der stationäre Handel? Diese Frage stellt buchreport in Leipzig im Rahmen der Diskussionsrunde „Innenstadt und Handel – Chancen einer neuen Gründerzeit“. Die Veranstaltung am Donnerstag, 15. März (Fachforum 1, Halle 5, Stand F600), beginnt um 17 Uhr. Auf dem Podium sitzen:

  • Martin Lampadius (Vorsitzender der Kaufmannsgilde Aschersleben)
  • Martina Michels (Leiterin der Buchhandlung Lehmanns in Leipzig)
  • Erik Maier (Professor an der HHL Leipzig Graduate School of Management)

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