Mehr Wege in den Buchhandel

Die Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Ausbildungssituation in der Branche (s. Tabelle unten) zeigen in der Summe Stabilität: Zwar gab es im Ausbildungsberuf Buchhändler mit 389 gut 7% weniger Auszubildende als im Vorjahr (Abbrüche während der Probezeit mitgerechnet), dafür nutzten 19 Nachwuchskräfte das seit vergangenem Jahr erstmals am Mediacampus Frankfurt angebotene Abiturientenmodell der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in Kombination mit dem Handelsfachwirt. Im Verlagsbereich stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse bei den Medienkaufleuten digital/print um 2% auf 723, wobei auch Medienkaufleute bereits während der Ausbildung einen ausbildungsbegleitenden Bachelorabschluss oder eine Ausbildung zum Fachwirt für Medienmarketing und Vertrieb absolvieren können.

Mit Blick auf diese Zahlen sieht man beim Börsenverein vor allem ein zunehmendes Angebot an alternativen Zugängen im Handel, wobei die klassische Buchhändlerausbildung der zentrale Einstiegsweg in die Branche bleibe. „Die Zugangswege in den Buchhandel diversifizieren sich“, erklärt Monika Kolb-Klausch, Bildungsdirektorin im Verband und Mediacampus-Geschäftsführerin. Sie sieht eine branchenübergreifende Veränderung der Ausbildungssituation, die Unternehmen vor allem durch die „Akademisierungswelle“ vor Herausforderungen bei der Nachwuchssuche stelle, weil viele Nachwuchskräfte einen höheren Abschluss anstrebten. Eine Reaktion sei das u.a. von Thalia genutzte Abiturientenmodell mit der Weiterbildung zum Handelsfachwirt, das auf Führungspositionen vorbereite.

Nach wie vor angespannt ist die Situation der Berufsschulklassen in NRW. So wird derzeit über die Zukunft des Schulstandorts Köln (Joseph-Dumont-Berufskolleg) und die Einrichtung einer zentralen Landesklasse diskutiert.

Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Buchhandel

Ausbildungsberuf

2015

2016

Buchhändler/in

420

389

Einzelhandelskaufmann/-frau

45

40

Handelsfachwirte (im Abiturientenprogramm)1)

– 

19

Medienkaufmann/-frau digital/print

707

723

Quelle: DIHK mit Stichtag 31.12.2016/Börsenverein 1) erstmals 2016 angeboten

Kommentare

2 Kommentare zu "Mehr Wege in den Buchhandel"

  1. Es wäre schon mal wegen des ausbleibenden Nachwuchs im Buchhandel an der Zeit,
    dass jetzt ein sogenannter ,Ruck nach vorne` durch die Buchbranche gehen sollte.
    Man sollte nicht immer die Schwarzmalerei ansetzen, sondern einfach mit Mut und
    Zuversicht die Probleme der gesamten Branche angehen.
    Dies beginnt bei der Werbung für den Beruf des Buchhändlers und geht weiter mit
    Schulabgängern an den Schulen, die auf der Suche nach einem Beruf sind.
    Dabei wäre es gut, wenn dabei alle Fragen mit Buchhändlern, z. B. aus den
    Buchhandlungen einer größeren Stadt, angesprochen werden.
    Es wäre wesentlich von Vorteil, wenn man nicht nur im Buchhandel immer die
    derzeitige Lage bedauert, sondern vielmehr umdenkt und versucht, das Berufsbild
    Buchhändler nach außen hin besser zu vermitteln.
    Bei jedem Auszubildenden kommt es entscheidend auf die persönliche Einstellung
    zum Beruf an.
    Und deshalb wäre es vielleicht auch gut, wenn man zur eigenen Orientierung
    einmal ein Praktikum in einer Buchhandlung machen würde.
    Dazu sollten die Inhaber/innen von den jeweiligen Buchhandlungen bereit sein.
    Nur in einer solchen Phase des Prüfens und Umschauens kann ein junger Mensch
    dann auch erkennen, ob dies ein richtiger Weg in einer Buchhandlung für eine
    Ausbildung sein kann.
    Die Landesverbände vom Börsenverein sollten sich da tatkräftig bei der
    Berufsfindung junger Menschen beteiligen.
    Nur in einem gemeinsamen Zusammengehen von Börsenverein, den Landesverbänden,
    den Schulen, den Arbeitsämtern und den Buchhandlungen kann die Problematik
    der fehlenden Auszubildenden im Buchhandel angegangen werden.

  2. Die Buchbranche ist seit längerer Zeit in einem größeren Umbruch.
    Vor allem deshalb sollten der Börsenverein und die Landesverbände
    gezielt über die letzten Klassen der Schulen und auch über die
    Buchhandlungen für den Beruf des Buchhändlers/der Buchhändlerin
    sich einsetzen.
    Es kommt doch in jedem Fall darauf an, wie sich der Buchhandel mit
    diesen Gegebenheiten der Ausbildung auseinandersetzt.
    Und da sollte man eben als Börsenverein, mit den Landesverbänden
    und den Buchhandlungen, die ausbilden wollen, an einem Strang ziehen.
    Gerade der ,Welttag des Buches` am 21. April könnte eine Werbemaßnahme
    für den Buchhandel sein.
    Nur hier die Zahlen aufzuführen, bringt nicht so viel. Man muss diese
    Problematik des Buchhandels bei den Wurzeln anpacken.
    Wenn dies in der nahen Zukunft und den nächsten Jahren gelingen eventuell
    gelingen könnte, würde sich die Lage etwas verbessern.
    Buchhändler und Buchhändlerinnen sollten auch das Gespräch mit jungen
    Menschen suchen, die sich für eine Ausbildung im Buchhandel interessieren.
    Und dabei sollten auch alle Themen, wie die Ausbildungsvergütung und das
    Gehalt im Buchhandel angesprochen werden.
    Nur mit dem Engagement von allen Beteiligten könnte es gelingen, trotz aller
    Schwarzmalerei etwas mehr als nur sozusagen einen ,Silberstreifen am Horizont`
    im Buchhandel zu entdecken.
    Man sollte da auch mit Vernunft, Mut und Zuversicht an die Aufgaben und Dinge
    herangehen.
    Auch kleinere Buchhandlungen haben mit ihrer gefundenen Nische einen Platz bei
    der Vermittlung der Bücher als kulturelle Werte.
    Wenn alles nur immer negativ von allen Seiten gesehen wird, dann kann nichts
    mehr daraus werden.
    Es sollten daher jetzt alle Anstrengungen unternommen werden, dass der Buchhandel auch weiterhin seine kulturellen Interessen wahrnehmen kann.

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