Einkauf ohne Verkäufer

In den USA lotet Online-Riese Amazon offenbar weiter die Möglichkeiten für einen stationären Vertrieb seiner Waren aus: Das Nachrichtenportal Recode berichtet über eine kürzlich eingereichte Patentanmeldung des Unternehmens, die Details zu einem stationären Einzelhandelssystem enthält, bei dem Kunden Waren einkaufen können, ohne diese an einer Kasse bezahlen zu müssen. Stattdessen wird automatisch abgerechnet über ein Benutzerkonto, nachdem die Kunden vor Verlassen des Ladens eine Check-Station passiert haben.

Ein solches Ladengeschäft bzw. Warenlager funktioniert offenbar mit einem System von Kameras, Sensoren und RFID-Lesegeräten, die in der Lage sein sollen, Käufer und die jeweils ausgewählten Artikel zu identifizieren. Diese Technologie biete Amazon eine kostengünstige Möglichkeit, um den traditionellen Einzelhändlern Konkurrenz zu machen, so der Tenor des Berichts. Da keine Verkäufer benötigt würden, ließen sich Personalkosten einsparen. Gleichzeitig könne der Shop zur Anlauf- und Abholstelle werden für Kunden, die bereits online Waren bestellt hätten.

Einer der Erfinder der Applikation ist laut Recode Steve Kessel, ein enger Berater von Amazon-Chef Jeff Bezos, der vor allem als Leiter des Teams bekannt ist, das den E-Reader Kindle entwickelt hat. Amazon hat sich nicht zu den Plänen geäußert.

Kommentare

1 Kommentar zu "Einkauf ohne Verkäufer"

  1. Der Laden ohne Personal wird nicht funktionieren, weil es nach meiner Beobachtung zuviele Menschen gibt, die unachtsam mit den Dingen, sprich Büchern, umgehen. Das kennt jeder Buchhändler aus seinem Tagesgeschäft.
    Wenn Amazon aber beginnt, eigene Läden zu eröffnen, dürfte das den größten Knick in der Buchhandelsbranche kennzeichnen. Dagegen wird sich die Thalia-Epidemie der letzten Jahre als unauffällige Marktwelle zeigen. Aber vielleicht gibt es ja auch eine Möglichkeit zur Kooperation?
    Amazon macht seit Jahren vor, wie man Kunden gut bedient. Die Buchhändler in D werden das nie aufholen, siehe Libreka (das ich sehr schätzte). Wenn man nicht genausogut sein kann, wäre die Zusammenarbeit vielleicht eine Option, über die es sich nachzudenken lohnt.

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