Legendäres Zündfunk-Interview für das Urheberrecht

Der Blick ins Tagebuch von 2012 offenbart den schönsten Moment des Jahres für Christian Sprang (Foto): Das „legendäre Zündfunk-Interview“ von Sven Regener. Im Kampf um das Urheberrecht sei viel erreicht worden. Doch hat der Börsenvereins-Justiziar auch einen Irrtum zu verbuchen. 

© Mike Minehan

Mein schönster Augenblick:
Der schönste private Augenblick wird natürlich nicht verraten. Einer der schönsten urheberrechtlichen Momente war, als ich das erste Mal das legendäre Zündfunk-Interview von Sven Regener hörte. Mir war gleich klar, dass dies für viele andere Autoren einen Impuls setzen könnte, der Öffentlichkeit das Urheberrecht aus der Perspektive des Schutzes von Kreativen begreiflich zu machen.

Wenn man überlegt, dass noch im Frühjahr Mio Internetnutzer von dem demagogischen „Was ist ACTA“-Video aller mögliche Unsinn zum Urheberrecht glaubhaft gemacht wurde, dann haben wir danach einiges erreicht.

Immer mehr setzt sich auch in Internetforen die Erkenntnis durch, dass es beim Urheberrecht um den „free flow of information“ und nicht den „flow of free information“ gehen muss – diesen Prozess müssen wir in 2013 fortsetzen und möglichst noch beschleunigen.

Mein größter Erfolg:
Für mich persönlich zählen nicht nur die Erfolge in den vom Börsenverein unterstützen Musterprozessen oder das Gehörfinden bei der Lobbyarbeit, auch wenn das natürlich wichtig ist und von der Branchenöffentlichkeit zu Recht stark beachtet wird.

Was mich mindestens genauso interessiert ist, ob es meinen Anwaltskolleginnen und –kollegen in der Rechtsabteilung des Börsenvereins und mir selbst Tag für Tag aufs Neue gelingt, die Probleme der Mitglieder, die uns anrufen oder mailen, zu verstehen, ihre Anfragen schnell und kompetent zu beantworten, Rechtsprobleme verständlich zu erklären und praktisch brauchbare Lösungswege aufzuzeigen.

Wenn ich sehe, dass die Nachfrage nach unseren Rechtsauskünften, Merkblättern, Newslettern, Mailinglisten oder Angeboten wie MVB RightsLink trotz sinkender Mitgliedszahlen kontinuierlich steigt, dann können wir bei unseren Kerndienstleistungen auch im ablaufenden Jahr nicht alles falsch gemacht haben.

Aber solche Erfolge müssen jeden Tag neu errungen werden, und der „größte Erfolg“ ist es eigentlich, wenn man das über viele Jahre auf durchgängig hohem Niveau hinbekommt – so wie die wahre Qualität eines Restaurants ja auch nicht am einzelnen Essen, sondern an vollen Tischen an jedem Tag erkennbar wird.

Mein schlimmster Irrtum:
Ein schlimmer Irrtum, dem allerdings auch andere erlegen sind, war der Glaube, dass Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihre sog. Berliner Rede zum Urheberrecht vom Beginn der Legislaturperiode ernst gemeint hatte.

Unglaublich, mit welchem Opportunismus diese Politikerin danach ihr Mäntelchen in den Wind billiger Proteste gehängt und Autoren und ihren Verwertungspartnern zum Beispiel beim Thema Internetpiraterie jeden gesetzgeberischen Schutz verweigert hat. 

Mein bestes Buch 2012:
Diese Frage darf ich zunächst in bester Politikermanier umdeuten und verraten, was mein bestes Buch 2013 wird. Nämlich der dritte und letzte Band unserer Todesanzeigentrilogie mit dem Arbeitstitel „Ich mach mich vom Acker“, der im Oktober bei KiWi erscheinen soll.

Was aber 2012 betrifft: Zu den besten Büchern, die ich meinem Sohn in den letzten Monaten vor- und dabei selbst mitgelesen habe, gehörte definitiv der wunderbare Roman „Iwein Löwenritter“ von Felicitas Hoppe.

Mein wichtigstes Ziel 2013:
Wichtige rechtliche Themen für die Branche wird es in 2013 gleich bündelweise geben, von der Bekämpfung der Internetpiraterie über die E-Book-Preisbindung bis zur reduzierten Umsatzsteuer für elektronische Verlagserzeugnisse oder das Ringen um den Erhalt vernünftiger rechtlicher Rahmenbedingungen für die wissenschaftliche Literaturversorgung.

Eines meiner wichtigsten privaten Ziele wird es sein, häufiger Sport zu treiben.

Kommentare

2 Kommentare zu "Legendäres Zündfunk-Interview für das Urheberrecht"

  1. thomasniederberg | 18. Dezember 2012 um 11:17 | Antworten

    Ach ja, auch Buchpiraten haben ‚Mein schönster Augenblick‘. Falls es wen interessiert, mein Favorit ist der Scan von ‚Adler-Olsen: Verachtung‘. Und ‚Mein wichtigstes Ziel in 2013‘ will ich aus Rücksicht auf die vorweihnachtliche Stimmung der Buchhändler lieber für mich behalten 😉

    • Als Buchpirat wäre ich jetzt auch vollkommen beruhigt. Oder, um es mit Julia Schramm zu sagen: „Mein Geschäftsmodell ist voll awesome und hat mir voll viel gebracht, und ich möchte das eigentlich erhalten. Und, ihr F****, ihr macht mir das Geschäftmodell nicht kaputt!“

      http://dermusikpartisane.wordp

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