Abseits von Amazon

Was sich im Weihnachtsgeschäft angedeutet hatte, bestätigt sich jetzt fürs gesamte Jahr 2011: Mit der wachsenden Konzentration bei den Onlinebuchhändlern wird die Kluft innerhalb der Zweiklassen-Gesellschaft immer größer – Amazon wächst und wächst, während kleinere Anbieter beim Umsatz stagnieren oder sogar verlieren.

Bei seiner Jahrestagung taxierte der Bundesverband der deutschen Versandbuchhändler den Umsatz der Branche im vergangenen Jahr auf 1,46 Mrd Euro (+2,6%); auf den Onlinehandel entfallen demnach 981,5 Mio Euro (+6,8%), auf den Katalog-Versandhandel 478,8 (–5%). Den Anteil des Onlinebuchhandels am gesamten Buchmarkt schätzt der Verband auf 18%. Das Wachstum komme vor allem den Großen und unter diesen vor allem Amazon zu Gute, erklärte Mitgeschäftsführerin Verena Hofmeier in Ulm. Amazon habe insbesondere bei den E-Books die Nase vorne.
Wie stark ist amazon.de hierzulande?
Wie stark ist Amazon hierzulande? buchreport.de schätzt den Umsatz von amazon.de im vergangenen Jahr auf rund 3,3 Mrd Euro (+32%). Damit agiert der Onliner auf Augenhöhe mit Douglas (Geschäftsjahr 2010/11: 3,4 Mrd Euro) und lässt mit einem geschätzten Medienumsatz von 1,6 bis 2 Mrd Euro vermutlich auch den bislang größten deutschen Buchhändler Thalia (935 Mio Euro) hinter sich. 
Dass Amazon inzwischen im Onlinehandel in einer eigenen Liga spielt, das hatte bereits Kai Hudetz, Chef beim Kölner E-Commerce-Center Handel bei der Kongressmesse Online Handel 2012 im Januar erklärt. Der gesamte Onlinehandel (also nicht nur Bücher) habe im Weihnachtsgeschäft (November und Dezember 2011) rund 10% beim Umsatz zugelegt. Doch bei 39% der Unternehmen sei der Umsatz konstant geblieben, bei jedem 9. Unternehmen sogar rückläufig gewesen. Die Schere der Gewinner und Verlierer gehe immer weiter auf. Amazon wachse immer stärker und habe bereits einen Marktanteil von 10% am gesamten Onlinehandel in Deutschland. 
Der E-Commerce-Spezialist Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein warnte gegenüber buchreport.de zuletzt vor der Bedrohung des deutschen Handels durch US-amerikanische Akteure, die zusammen einen Marktanteil von über 30% besäßen. „Während Amazon auch bei den Investitionen in die Systeme mächtig investiert, kann kaum ein deutsches Unternehmen Amazon auch nur ansatzweise das Wasser reichen.“ Bis 2020, so Heinemanns Prognose, werde Amazon seinen Umsatzanteil am gesamten E-Commerce auf rund 30% verdoppeln können.
Mehr zum Thema im neuen buchreport.express 21/2012
Ein Interview mit Beate Rank, Geschäftsführerin von Amazon-Wettbewerber Rakuten Deutschland, folgt am Mittwoch auf buchreport.de. 

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