E-Book-Ausleihe ist eine zerstörerische Kraft

Im Streit um die Ausleihe von E-Books in Bibliotheken haben sich bislang vorwiegend Verleger zu Wort gemeldet. Jetzt folgen kritische Stimmen aus dem Buchhandel. Waterstones-Chef James Daunt (Foto) warnt davor, dass der stationäre durch die kostenlosen Leih-Angebote noch stärker unter Druck gerät.
Bei einer Veranstaltung der „Financial Times“ erklärte der Chef des britischen Filialisten, die Ausleihe von E-Books stelle einen großen Wettbewerb für die stationären Händler dar. „Bibliotheken, die künftig ebenfalls E-Books verleihen, sind eine zerstörerische Kraft. Wenn man ein E-Book kostenlos herunterladen und lesen kann, warum sollte man es besitzen wollen?“ Die Zahl der Buchhandlungen drohe weiter zu schrumpfen, zitiert der „Bookseller“ Daunt.

Heftiger Disput über E-Book-Ausleihe in den USA

Seit Jahresbeginn wird besonders in den USA heftig über die Folgen des wachsenden E-Book-Geschäfts der Bibliotheken diskutiert. Höhepunkt war die Entscheidung von Penguin, die Geschäftsbeziehung zum Bibliotheksdienstleister OverDrive zu kappen und so keine E-Books für die bibliothekarische Ausleihe mehr zur Verfügung zu stellen – die Verlagsgruppe stößt sich angeblich an der engen Zusammenarbeit von OverDrive mit Amazon für dessen „Kindle Library Lending“-Programm (hier mehr).
Die Praxis der Verlage ist unterschiedlich: Während  Simon & Schuster sowie die Verlagsgruppe Macmillan (Ausnahme ist der Tochter-Verlag Palgrave) ebenfalls die E-Ausleihe nicht unterstützen, bietet Hachette ausschließlich Backlist-Titel (bis April 2010) für den Verleih an.  Andere Verlage haben dagegen die Konditionen verschärft: 
  • HarperCollins stellt zwar all seine digitalen Titel für den Verleih zur Verfügung, wird ein E-Book aber öfter als 26-mal verliehen, muss die Bibliothek eine neue Lizenz erwerben.
  • Die Verlagsgruppe Random House hat ihre E-Book-Preise für Bibliotheken im März massiv angehoben, nach Angaben der American Library Association (ALA) um bis zu 200% (hier mehr).
Während in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur rund 10% der öffentlichen Bibliotheken eine digitale Medienausleihe anbieten (Quelle: EKZ-Bibliotheksservice), ist der Anteil in den USA laut ALA von 38% (2007) auf 67% (2011) gestiegen.

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