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Kein Handel ohne Internet

Vor jedem dritten Kauf im stationären Handel informieren sich Kunden im Internet. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Institut für Handelsforschung GmbH (IfH). Da sich Käufer tendenziell vor allem bei hochwertigeren und teureren Produkten vorab im Internet informieren, entspricht dies laut IfH 60% des gesamten Umsatzes, der im stationären Handel mit Gebrauchsgütern getätigt wird. Somit sei das Internet für den stationären Handel überlebenswichtig, so die Forscher.

Auch umgekehrt beeinflusst der stationäre Handel den Online-Kauf, hier ist der Einfluss jedoch wesentlich geringer: 27%  der Käufe in einem Online-Shop geht eine Informationssuche im stationären Handel voraus, dies entspricht knapp 30% des gesamten Umsatzes in Online-Shops.

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„Vertriebskanäle existieren aus Kundensicht nicht nebeneinander, sondern werden während der Kaufentscheidung beliebig kombiniert. Es wird, abseits der Güter des täglichen Bedarfs, keinen Handel mehr ohne Internet geben“, fasst IfH-Geschäftsführer Kai Hudetz die Ergebnisse zusammen.

Handelsunternehmen müssten kanalübergreifend Kaufimpulse schaffen, um Umsätze zu generieren. Eine Strategie, mit der einige Händler bereits Erfolg haben: 13% der Käufe im stationären Handel geht eine Informationssuche im Online-Shop desselben Anbieters voraus.

Dennoch sei es nicht einfach, die verschiedenen Kanäle zielgruppengerecht zu bedienen: So dürfe Multichannel nicht bedeuten, einfach den eigenen Katalog auf eine Internetseite hochzuladen – eine Strategie die viele klassische Versandhändler verfolgen und damit an Ansehen verlieren. Wie schlecht Versandhändler mit fehlender oder falscher Online-Strategie abschneiden, zeigt der aktuelle ECC-Shopmonitor des Instituts:

Mit Werten zwischen 3,3 und 3,45 auf einer Skala von „1 = Sehr schlecht“ bis „5 = Sehr gut“ finden sich die Online-Shops von Heine, Neckermann, Baur, Bonprix und Versandhaus Walz auf den Rängen 15-19 des Imagerankings wieder. Nur der Online-Shop von Otto kann sich in den Top 10 platzieren.


„Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass der Katalogversand der klassischen Versandhändler etwas mit ihrem mäßigen Online-Image zu tun hat“, so Sonja Rodenkirchen, Projektleiterin des ECC-Shopmonitors. Ganz im Gegenteil: Viele Online-Käufer informierten sich gerne in gedruckten Katalogen, bevor sie ihre Bestellung online abgeben. „Wichtig ist es jedoch, Print- und Online-Medium optimal aufeinander abzustimmen und den Ansprüchen der unterschiedlichen Zielgruppen in den verschiedenen Distributionskanälen gerecht zu werden.“

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