Kommentar
Donnerstag, 09. August 2012 (09:33 Uhr)


Lisa Maria Neis fordert eine Debatte über Schutzmaßnahmen

Staatliche Stütze?

Wenn deutsche Buchhändler dieser Tage nach Frankreich blicken, werden sie vielleicht ein bisschen neidisch: Der Kulturminister hat den Schutz des unabhängigen Handels sogar zum Wahlkampfthema gemacht (hier mehr).

Auch in der Schweiz werden nach dem endgültigen Fall der Preisbindung Subventionsmöglichkeiten und andere Fördermaßnahmen diskutiert. Sogar die Gegner der Preisbindung schließen dabei staatliche Hilfen in Form von Steuervorteilen oder ähnlichen Vergünstigungen nicht aus.

Hier wie dort scheint man zu dem Schluss gekommen zu sein: Vielleicht ist die Preisbindung doch nicht das Allheilmittel der Branche. Vielleicht kann sie insbesondere die an sie gestellte Erwartung, den unabhängigen Buchhandel vor den Verwerfungen des Strukturwandels zu bewahren, auf Dauer nicht erfüllen.

Hierzulande ist die Stimmung noch eine andere: Die Branche will sich im Rahmen der Preisbindung lieber selbst helfen, als vom Staat protegiert zu werden. Doch auch deutsche Verlage und Händler sind vom Strukturwandel in all seiner Tragweite und Drastik betroffen.

Was aber lässt sich vom Blick ins Ausland lernen? Wie zielführend und praktikabel die Ideen zur staatlichen Förderung im Einzelnen sind, muss sich zeigen, ist zunächst aber auch nicht entscheidend. Es kann prinzipiell nicht schaden, sich konstruktiv mit den Vorschlägen auseinanderzusetzen und ihre Umsetzung zu beobachten. Heikel wäre nur, zu lange zuzuschauen. Denn der stationäre Handel kann nur erhalten werden, solange er noch da ist.



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