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Buchhandel
Mittwoch, 30. Januar 2013 (12:52 Uhr)


Sexismus ist auch in der Buchbranche ein Problem

„Es geschieht eigentlich überall“

Die Vorwürfe einer Journalistin gegen FDP-Politiker Rainer Brüderle haben in den Medien eine breite Diskussion über Sexismus ausgelöst. Wie virulent ist das Problem in der Buchbranche? Bücherfrauen-Vorsitzende Valeska Henze hat eine Anfrage von buchreport an die Mitglieder des Branchennetzwerks weitergegeben. 

„Wir waren überrascht vom großen Echo auf unser Mailing. Die erste Antwort kam schon wenige Minuten, nachdem ich die Mail verschickt hatte. Viele äußerten sich dankbar, dass das Thema angesprochen wird“, berichtet Henze.

Die von Henze geschilderten Ergebnisse der Blitz-Umfrage:

  • „Die Schilderungen und Erzählungen reichen von unerwünschten Körperkontakten – vom ausgedehnten Händedruck zur Begrüßung bis zum Pograbschen oder Schulterklopfen – über verbale Anzüglichkeiten, Abwertungen, sexualisierten Andeutungen und Verbalsex bis hin zu eindeutigen Angeboten bzw. Nötigungen.
  • Sexistisches Verhalten gegenüber Frauen geschieht in Verlagen, Buchhandlungen, auf Messen, Autorenlesungen, bei Verhandlungen – eigentlich überall. Die Übergriffe kommen nicht nur von Kollegen und Vorgesetzten, sondern auch von Kunden in Buchhandlungen oder von Autoren gegenüber Verlagslektorinnen oder Pressereferentinnen.
  • Es gab Geschichten von Bewerbungsgesprächen, Verlagssitzungen und allgemeinen, alltäglichen Bürobegegnungen – allen gleich ist, dass es eine Abhängigkeit bzw. ein Machtgefälle zwischen den Beteiligten gibt; manches klingt nach unbewusstem, unüberlegtem Handeln und Reden, aber es gibt auch Geschichten, bei denen man wohl eher von Machtmissbrauch sprechen würde.
  • Alles in Allem sprechen die Antworten der Mails ganz klar dafür, dass sich die sexistischen Vorfälle und Übergriffe in der Buchbranche kaum von denen in anderen Branchen und anderen Teilen der Gesellschaft unterscheiden.
  • Die Grenze zwischen Sexismus und Mobbing sind fließend, so werden sexistische Äußerungen und Handlungen offenbar auch bewusst als Mittel eingesetzt, Mitarbeiterinnen zu diskreditieren.“


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