Susanne Bohne über »Opa wohnt jetzt woanders«

Susanne Bohne (Foto: privat)

In „Opa wohnt jetzt woanders“ spricht Susanne Bohne ein Thema an, dessen Vermittlung Eltern oft schwerfällt: Der Tod eines nahen Menschen. Die Autorin, die den Mamablog „Hallo liebe Wolke“ betreibt, hat mit „Wilma Wochenwurm“ bereits eine erfolgreiche Buchreihe bei BoD herausgegeben. Im Interview spricht sie über ihre neues Kinderbuch, ihre Motivation zum Schreiben und warum sie im Selfpublishing veröffentlicht.  

Wie sind Sie auf Ihr Thema gekommen und was hat Sie zum Schreiben motiviert?

Mein Mamablog „Hallo liebe Wolke“ war seinerzeit ein Selbstläufer und ist, ganz ungeplant, aus einem privaten Facebookposting entstanden. Da meine Erlebnisse als Alleinerziehende mit kleiner Tochter gut ankamen, habe ich irgendwann auf dem Blog kurze Lern- und Vorlesegeschichten für Kinder veröffentlicht. Insbesondere meine Figur „Wilma Wochenwurm“ stieß auf große Resonanz, vor allem bei Kindergärten, Grundschulen und Bildungseinrichtungen, was mich sehr motiviert hat, neue Themen zu finden, mit denen sich Kinder und Eltern beziehungsweise Erzieher beschäftigen. Und der Tod, um den es bei „Opa wohnt jetzt woanders“ geht, ist nun mal irgendwann ein großes Thema für Kinder, die die Erfahrung machen, dass das Leben endlich ist.

Wie erklären Sie sich den Erfolg des Titels?

Ich weiß, dass man als Eltern – oder auch als Erzieher und Lehrerin – nach guten und anschaulichen Materialien oder Büchern sucht, mit denen man (Klein-)kindern grundlegendes Wissen spielerisch vermitteln kann – und mit denen sich Kinder auch gleichzeitig identifizieren. Der Tod ist nicht unbedingt das liebste Thema, über das wir Erwachsene gern sprechen, dabei gehört er nun mal dazu. Wir leben mit ihm, wie mit allen anderen Dingen, die es auf dieser Welt gibt. Ich habe versucht, in meiner Geschichte so einfühlsam und liebevoll wie möglich damit umzugehen – und aufzuzeigen, welche Gefühle man hat, wenn jemand, der einem nahe stand, verstorben ist. Emil, der kleine Mäusejunge, dessen Opa gestorben ist, macht diese Entwicklung – von Wut über Traurigkeit etc. – durch. Und er weiß am Ende, dass sein Opa in seinem Herz immer weiterleben wird, was, in meinen Augen, eine tröstliche Vorstellung ist. Ich glaube, dass der Erfolg bei Texten dieser Art oft davon abhängig ist, wie authentisch sie sind. Gerade bei Kindern, die ein gnadenloses Publikum sein können.

Warum haben Sie Ihr Buch nicht bei einem Verlag veröffentlicht?

Mir war klar, dass die Suche nach einem Verlag lange dauern kann und nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein muss. Da ich ausgebildete Grafikerin und Texterin bin, lag also der Entschluss sehr nahe, auch diesen Titel – neben Wilma Wochenwurm – im Selfpublishing zum Leben zu erwecken. Auch, weil ich vom Satz über die Illustrationen bis hin zu den Texten alles selbst in die Hand nehmen konnte, ohne externe Hilfe anfordern zu müssen. Natürlich ist die Arbeit mit einer Lektorin oder einem Lektor in einem Publikumsverlag spannend und äußerst lehrreich; die Erfahrung habe ich mit dem Rowohlt Taschenbuch Verlag machen dürfen, der meinen Roman für Erwachsene „Das schräge Haus“ im Dezember 2019 veröffentlicht hat. Aber meine Kinderbücher sind weiterhin gut bei Books on Demand aufgehoben, denn hier kann ich sehr zeitnah reagieren, wenn es aktuelle Themen, wie momentan die Corona-Krise, gibt. Mein aktuellstes Büchlein „Wilma Wochenwurm erklärt: Virus & Co“ wird gerade in sechs Sprachen übersetzt und kommt nach Ostern in Dänemark, Finnland, Schweden, England, Frankreich und Spanien auf den Markt. Das ist schon wirklich toll, was Selfpublishing bewirken kann!

Wer ist Ihre Zielgruppe, welche Kanäle nutzen Sie, um mit ihr in Kontakt zu kommen, und welche Erfahrungen haben Sie dabei gesammelt?

Ich schreibe für Kinder und demnach sind Eltern, Erzieher, Lehrer meine Zielgruppe. Mein Blog „Hallo liebe Wolke“ ist mein Sprachrohr, wenn man so will. Außerdem spielt natürlich auch Social Media eine große Rolle. Facebook, Instagram und vor allem Pinterest sind meine bevorzugten Kanäle, über die ich die meisten Menschen erreiche. Man muss da schon am Ball bleiben und diese Kanäle regelmäßig „bespielen“ und mit sinnvollen Inhalten füllen, um in der Masse nicht unterzugehen. 

Haben Sie einen Marketingplan?

Insbesondere bei den Lerngeschichten ist es mir wichtig, auf saisonale Bedürfnisse einzugehen. Im Sommer eine Weihnachtsgeschichte zu veröffentlichen wäre vermutlich nicht gerade produktiv. Ich achte darauf, meinen Lesern einen Mehrwert zu bieten und passe meinen Marketingplan dementsprechend an, wenn ich sehe, dass sich die Bedürfnisse in die eine oder andere Richtung entwickeln. Mit Veranstaltungen, Vorträgen und Coachings habe ich bisher keine Erfahrung gemacht.

Über welche Wege verkaufen Sie Ihr Buch?

Mein Selfpublishing-Dienstleister ist Books on Demand und die Buchverkäufe werden über BoD komplett abgewickelt. Sicher spielt Amazon dabei eine übergeordnete Rolle. Im stationären Buchhandel liegen meine Bücher, soweit ich weiß, nicht aus – was bei Print-on-Demand ja nicht unüblich ist. Aber ich habe schon Anfragen aus Buchhandlungen erhalten, was schön ist, denn ich bin sehr dafür, den örtlichen Buchhandel ganz dringend zu unterstützen. Insbesondere in diesen Zeiten.

Buchhandlungen erreichen Susanne Bohne über ihre Internetseite Halloliebewolke.com, auf der auch ihre Kontaktdaten (u.a. susanne@halloliebewolke.de) zu finden sind.

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