Neues Sachbuch von Thomas Piketty springt auf Rang 2

„Der große Umverteiler ist zurück“, titelt der „Tagesspiegel“, der „Big-Data-Ökonom“ („NZZ“), der „Rockstar unter den Ökonomen“ („Tageszeitung“). Die Rede ist vom Franzosen Thomas Piketty, dessen neues Werk „Kapital und Ideologie“ im Feuilleton viel Beachtung findet und mit steilen Thesen zu Wider- und Zuspruch provoziert. So urteilt Norbert Häring im „Handelsblatt“, Piketty lasse letztlich „die Fäden einfach liegen, deren Enden er im Vorfeld so mühsam freigelegt hat“, während Arno Widmann in der „Berliner Zeitung“ verkündet, Piketty liefere „die Brille, durch die die Welt zu betrachten ist“.

Und nicht nur im Literaturteil, sondern auch in den Wirtschaftsnachrichten tauchte Piketty in der vergangenen Woche auf. Hintergrund: Der Ökonom war zugegen, als Bundesfinanzminister Olaf Scholz eine neue Studie zur Vermögensverteilung vorstellte, Pikettys Kernthema. Dabei erklärte der 48-Jährige, die Studie belege, dass die hohen Wohlstandsunterschiede hierzulande weiter zunähmen.

Das große öffentliche Interesse an Pikettys Person und seiner Meinung entstand vor fünf Jahren, als dem Professor einer Pariser Elite-Hochschule mit „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ ein internationaler Bestsellererfolg gelang. Der Titel erschien in deutscher Übersetzung im Herbst 2014 bei C.H. Beck, erreichte Platz 5 der SPIEGEL-Bestsellerliste und hielt sich fast ein Jahr lang in den Top 50. Im vergangenen Jahr kam ein Dokumentarfilm zum Buch in die Kinos.

Der Nachfolger „Kapital und Ideologie“ ist jetzt noch einmal 500 Seiten stärker (1312 Seiten) und 10 Euro teurer (39,95 Euro). Abschreckende Wirkung hat das nicht: Das Sachbuch steigt auf Platz 2 ein. In Pikettys Heimatland Frankreich rangierte der Titel im Herbst 2019 auf dem Spitzenplatz.  

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