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So wehrt sich Penguin Random House gegen das Kartellverfahren

„Wir werden diese Klage energisch bekämpfen!“ Penguin Random House (PRH) weist die Einwände gegen die geplante Übernahme des Wettbewerbers Simon & Schuster (S&S) zurück. Das US-Justizministerium hat ein Kartellverfahren eingeleitet, um den Zusammenschluss zu verhindern.

PRH verweist zuvorderst auf seine Dienstleistungen und Vertriebspower. Die Motivation für den Zusammenschluss seien Effizienzgewinne, die es PRH ermöglichen werde, den Vertrieb der S&S-Titel zu verbessern. „Durch die Transaktion kommen die hochentwickelten fulfillment services von PRH auch den Titeln von S&S zugute, was es Kunden erleichtert, neue Titel zu entdecken. Es wird weniger wahrscheinlich, dass Bücher vergriffen sind, insbesondere bei Standorthändlern.“ Die Marktdurchdringung von PRH in den unabhängigen Buchhandel und weitere Verkaufsstellen werde den Absatz von S&S-Titeln ankurbeln. Das komme sowohl den Autoren als auch den Einzelhändlern zugute: PRH beabsichtigt nicht, die Anzahl der erworbenen Titel oder die für diese Bücher gezahlten Beträge zu verringern.

Markus Dohle (Foto: Bertelsmann)

Markus Dohle (Foto: Bertelsmann)

In einer gemeinsamen Erklärung der fusionswilligen Verlage weisen sie die in Richtung Marktbeherrschung und Oligopolbildung zielenden Argumente des Justizministeriums zurück: Die Verlagsbranche sei ein dynamisches und wettbewerbsintensiver Wirtschaftsbereich und werde dies auch nach dieser Transaktion bleiben. „PRH und S&S konkurrierten mit vielen anderen Verlagen, darunter auch große Publikumsverlage, neueren Marktteilnehmer wie Amazon und einer Reihe mittlerer und kleinerer Verlage, die alle in der Lage sind, um künftige Titel etablierter und neuer Autoren zu konkurrieren.“

Penguin Random House-CEO Markus Dohle akzentuiert, dass die Verlagsgruppe eine Gemeinschaft von verschiedenen Verlagen sei, die unabhängig und eigenständig agierten und weiterhin untereinander und mit externen Konkurrenten in einen starken Wettbewerb treten werden. Dieses Verfahren sorge am besten dafür, dass jeder Autor den richtigen Verleger und das beste Verlagshaus für sein Werk findet, damit es sich entwickeln und gedeihen kann.

»PRH- und S&S-Imprints werden auch nach dem Abschluss der Transaktion weiterhin miteinander um neue Bücher konkurrieren. PRH hat sich verpflichtet, die S&S-Imprints als separate, externe Bieter gegenüber den PRH-Imprints in Buch-Auktionen zuzulassen.«

Der Wettbewerb beim Erwerb neuer Titel sei intensiv. Verwiesen wird auf die weiteren großen Publikumsverlage, die zusammen mit PRH und S&S bisher die „Big Five“ bilden: Hachette, HarperCollins und Macmillan sowie „Dutzende“ mittelgroßer und kleinerer Verlage. PRH erlaube seinen Imprints Wettbewerb untereinander: „PRH- und S&S-Imprints werden auch nach dem Abschluss der Transaktion weiterhin miteinander um neue Bücher konkurrieren. PRH hat sich verpflichtet, die S&S-Imprints als separate, externe Bieter gegenüber den PRH-Imprints in Buch-Auktionen zuzulassen, so wie sie es heute tun und selbst dann, wenn sie die einzig verbliebenen Bieter in einer Auktion sind (bis zu einem Vorschuss von über 1 Million Dollar).“

Die Bertelsmann-Tochter PRH verweist auf die bisherige Geschichte seiner Übernahmen: „Nach der Fusion von Penguin und Random House im Jahr 2013 stieg der Anteil der Autorenvorschüsse an den Einnahmen des fusionierten Unternehmens und die Zahl der Lektoren ist gestiegen, obwohl PRH Marktanteile in der Branche verloren hat.

Daniel Petrocelli, der führende Prozessanwalt von PRH im Fusionsverfahren weist darauf hin, dass das Justizministerium nicht behaupte, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb beim Verkauf von Büchern einschränken werde: Man will zeigen, „dass die Übernahme den Wettbewerb fördert und nicht schädigt“.

Hinweis: Die wörtlichen Zitate sind Übersetzungen von buchreport aus der in Englisch verfassten Erklärung von Penguin Random House vom 2. November 2021.

 

 

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